Kindisch

Es ist seltsam. Warum gehe ich immer dann früh schlafen, wenn ich es nicht müßte und bleibe lange auf, wenn ich schlafen sollte?
Freitags gehe ich sehr häufig schon vor 10:00 Uhr ins Bett. Genau dann, wenn andere Menschen erst so richtig loslegen. Ich gönne mir den Luxus zu sagen: ich gehe schlafen, wenn ich müde bin.
Tja und heute? Es ist fast Mitternacht und ich sitze hier mit einem Glas Wein und twittere noch lustig vor mich hin. Und warum? Weil ich eigentlich schon schlafen sollte.  Morgen habe ich eine Verabredung in einer anderen Stadt und muß einen Zug erwischen.
Von nicht selbst bestimmten Terminen kenne ich das schon. Irgendetwas sperrt sich in mir, für ein frühes Aufstehen meine Abendbeschäftigung zu beenden. Auch wenn ich normalerweise ins Bett gehen würde. Das gilt offenbar auch für selbstgewählte Termine. Alleine der Gedanke an ein „Ich müßte oder sollte“ genügt offenbar.
Völlig kindisch, aber reflexartig. Und morgen werde ich es bereuen. Mal wieder.

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2 Antworten to “Kindisch”

  1. michallein Says:

    Okay, fast traue ich mich schon nicht mehr, Dir wieder mal beizupflichten: Aber mir geht es ganz genau so!!! Und das erstreckt sich auch auf ganz andere Bereiche als das Schlafengehen (aber da eben besonders).
    Ich gehe zum Beispiel sehr gerne spazieren. Raus an die frische Luft, Gedanken schweifen lassen – danach bin ich ein neuer Mensch. Aber immer dann, wenn ich es am nötigsten hätte und weiß, ich MÜSSTE jetzt mal raus, stellt sich bei mir diese Abwehrhaltung ein.
    So geht es mir auch mit der Vorbereitung auf Verhandlungen, Kofferpacken, ja gar dem Brote schmieren oder Tee kochen…
    Habe das bisher immer als Charakterschwäche betrachtet, aber „Reflex“ gibt dem ganzen einen viel unschuldigeren Charakter…

  2. ichhebgleichab Says:

    Reflex bedeutet, daß die Geschichte etwas tiefer verwurzelt ist. Deshalb kam ich auf kindisch. Die kleinen Mäuse tun nämlich oft genau das, was sie nicht sollten und was ihnen nicht gut tut. Nur aus Opposition und auch zur Abgrenzung und zur Selbstbestimmung. Und aus Trotz.
    Ich vermute mal, im Erwachsenenalter funktioniert der Mechanismus noch ähnlich.

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