Der Tod

Der Tod – aus seiner fast Unerträglichkeit heraus zieht die Religion einen Teil ihrer Macht. Ich dagegen sehe das ganz pragmatisch: Der Verstorbene merkt nichts mehr davon. Waren die Umstände seines Todes unschön, können die Überlebenden vielleicht Vorsorge treffen, daß so etwas nicht wieder passiert.
Aber sonst? Der Tod ist Teil des Lebens. Das ist nun einmal so.
Tragisch ist nur der Verlust, den die Hinterbliebenen erleiden. Nüchtern betrachtet, nach meine Ansicht nur ein evolutionärer Reflex. Das macht es für die Betroffenen aber nicht leichter. Scheiß-Spiel.

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5 Antworten to “Der Tod”

  1. michallein Says:

    Das trifft fast genau den Wortlaut, mit dem ich meine Mutter heute zu trösten versucht habe.
    Unter anderem habe ich nicht verstanden, dass die Kinder einer Obduktion nicht zugestimmt haben, obwohl die Ärzte darum gebeten hatten, weil sie einen derartigen Todesfall nur selten hatte und gerne daraus „lernen“ wollten. So hätte ich dem Tod noch einen positiven Nebeneffekt abgewinnen können.
    Und als „Hinterbliebene“ habe ich daraus gelernt, weiterhin nichts redenswertes ungesagt zu lassen. Es kann immer die letzte Gelegenheit sein.

  2. bachmichels Says:

    Ist ein nicht weiter gelebtes Leben nicht auch tragisch? Wenn der andere Mensch noch so viele Pläne hatte, so viel was er bewegen konnte, so viele Menschen für die er wichtig war und die ihm/ihr wichtig waren? Wenn ein Kind stirbt, dass das ganze Leben noch vor sich hatte? Eine pragmatische Sicht auf den Tod geht mir leider vollkommen ab.

  3. Markus Says:

    Hallo Muli
    Als ehemaliger Biologiestudent stimme ich Dir bei Deiner Betrachtung natürlich ein Stück weit zu: Der Tod ist natürlicher Bestandteil des Lebens. Auch glaube ich, dass die Religionen dieser Welt viel Macht durch die Angst der Menschen vor dem Tod bekommen bzw. dem was danach kommt oder auch nicht.
    Aber dennoch kann ich das nicht ganz so rational sehen wie Du. Manche Menschen, die Sterben hätten noch viel zu geben gehabt, so dass es für sie und ihre Umwelt ein großer Verlust ist.
    Auch halte ich die Trauer nicht für einen „evolutionären Reflex“ , sondern Ausdruck der Erkenntnis, nun mit jemand Lieben nicht mehr Face to Face sprechen zu können, sondern, dass er auf gewisse Weise endgültig“weg“ ist.
    lg Markus

  4. riebiesel Says:

    Hi ich hebgleichab,

    schon komisch. Gerade habe ich hier noch unsere Tempos dezimiert weil ich wenn ich morgen wieder nach Maastricht dampfe mich wohl letztmalig von einer unserer Ratten werde verabschieden können. Die hat ein 2€ großes Krebsgeschwühr am After. Und darüber hinaus ist ihr reguläre Lebenserwartung mit jezt mehr als 22 Monaten auch schon fast erschöpft. Und zu allem Überfluß ist es nur ein Haustier.
    Ich glaube es ist auch nicht der Tod als Ereignis welches uns gelegentlich so zusetzt. Nein viel mehr denke ich ist es der Verlußt einer emotionalen Bindung. Im Umkehrschluß, wenn die Bindung nicht durch Liebe oder ähnlich positiv empfundene Gefühle geprägt ist sondern sich am anderen Ende des Gefühlsspektrums befindet, kommt es ja nicht selten auch vor das man wem den Tod ann den Hals wünscht. Und dazwischen liegen noch all die Wesen, Menschen, die täglich eines natürlichen oder eines unnatürlichen Todes sterben uns aber vollkommen unberührt lassen.

    Bei meinen Katzen habe ich übrigens auch schon so etwas wie Verlust ob eines verstorbenen Gefährtens erleben können. Der Tiger wird dann tagelang gesucht und erst nach geraumer Zeit kehrt wieder der normale Trott ein.

    Ich stimme Markus zu. Die Religion macht sich den Tod und die damit endenden emotionalen Verbindungen nur zu Nutzen um der unausweichlichen Verlustangst auch noch eine Geißel hinzu zu fügen.

    LG
    Markus

  5. Yewa Says:

    Dazu paßt, was ich meinen zukünftigen Hinterbliebenen immer zu sagen pflege:

    „Die Trauerfeier ist für Euch, nicht für mich. Mir ist es gleich, wie Ihr sie für Euch gestaltet.“

    Ich stehe dem Tod ähnlich pragmatisch gegenüber, wenn auch die Trauer schmerzt. Doch später, bei kleinen Stichen wegen aufkommender Erinnerungssplitter, werden diese Stiche ganz schnell in ein kleines Lächeln verwandelt. Wie schön, daß der Mensch noch immer so nah im Herzen ist.

    Denn der Mensch ist erst wirklich tot, wenn er in den Herzen stirbt.

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