Empire Avenue – kritische Anmerkungen

Die Anwendung Empire Avenue hatte ich vor einiger Zeit schon mal kurz angesehen, nicht gleich verstanden worum es geht und als nebensächlich verworfen. Vor drei Tagen ist einer meiner Twitter-Freunde dort stark aktiv geworden und hat viel dazu gepostet und um Unterstützung gebeten. Ich habe dann mehr oder weniger blind auch mal einen Account angelegt und mich umgesehen:
Bei Empire Avenue handelt es sich um eine Art Börsenspiel, bei dem – tja, was eigentlich – ich würde sagen der Social-Media-Wert einer Person gehandelt wird. Der ermittelt sich offensichtlich aus der Anzahl seiner Profile, seiner Kontakte….wie auch immer. Man kann Anteile (max. 200) an einem Teilnehmer kaufen und wieder verkaufen. Das Spiel selber bietet umfangreiche Informationen zu Kursentwicklungen, wer von wem Anteil hält, es gibt Hitlisten über die besten Verdiener etc. Alles in allem sehr aufwendig gemacht und bis auf eine paar Kleinigkeiten trotz der vielen Features recht übersichtlich.
Sinn des Spiels ist natürlich, so viel Geld wie möglich zu verdienen. Durch Kursgewinne, Dividenden, aber auch durch das Verknüpfen mit anderen Accounts wie z.B. Twitter, Facebook oder Flickr. Dazu kommen weitere Geldzuflüsse durch die Anzahl der Follower bei Twitter, durch die Abos von meinen RSS-Feeds etc. Der Möglichkeiten Geld zu machen gibt es viele.
Was mich zuerst gestört hat: man kann Spielgeld und Luxusartikel durch echtes Geld erwerben. Damit ist das ganze keine Spiel mehr, die Ergebnisse lassen sich kaufen.
Dann mißfiel mir, daß sich weitere Punkte durch die Einladung von Freunden machen lassen….über Gmail, Yahoo, das Mac-Adressbuch. Sammeln die hier Adressen? Auch die Verlinkung meines Kontos mit allen anderen Profilen, die ich so im Netz habe….auf Punktejagd gibt man da ohne nachzudenken alles preis.

Ich unterstelle den Machern von Empire Avenue nicht unbedingt böse Absichten, aber ich habe ein ungutes Gefühl dabei. Ich bin froh, daß ich wegen meiner ‚gespaltenen Persönlichkeit‘ im Netz nur meinen Twitter-Account verknüpft habe. Und dabei bleibt es auch. Ich spiele weiter mit, aber Einladungen werde ich nicht verschicken und so private Mail-Adressen von Freunden übermitteln.

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2 Antworten to “Empire Avenue – kritische Anmerkungen”

  1. Planspiel Börse 2.0 – spielerisch investieren in’s Web 2.0 » Pottblog Says:

    […] Ich will nicht verschweigen – es gibt auch Kritik an Empire Avenue. Es stimmt, Empire Avenue will beim Werben von neuen Mitgliedern gerne mal das eigene Adressbuch […]

  2. Solveigh Calderin Says:

    Jedes soziale Netzwerk gibt Dir die Möglichkeit, Deine Freunde aus Deinem Adressbuch (oder anderen sozialen Netzwerken) einzuladen oder Deine Accounts zu verknüpfen. Das hat nichts mit „Spionage“ zu tun… Da ist den Menschen, besonders hier in Deutschland, viel unnötige Angst gemacht worden.

    Es bleibt immer meine Entscheidung, was andere von mir wissen, denn schließlich bin ich ja derjenige, der irgend etwas von sich gibt. Es liegt immer alles in meiner Verantwortung, Betonung auf „Verantwortung“, und das soziale Netzwerk, dass ich gerade benutze kann ich nicht für meine Handlungen beschuldigen …

    Empire Avenue misst vor allem mein „Soziales Kapital“, dass ich mir durch meine verschiedenen Accounts im Netz, meine Blogs usw. erarbeitet habe. Hier wird (zum Beispiel bei Twitter) neben der Anzahl der Follower und der reinen Anzahl der Tweets (Lärm machen) auch die Interaktion gemessen. Es wird Wert darauf gelegt, wie und in welcher Art ander mit mir und ich mit anderen interagiere. Laut sein kann jeder…

    Hinzu kommt dann das Vertrauen, das andere in mich haben und zeigen, indem sie Anteile meines sozialen Kapitals kaufen.

    Durch die Summe all‘ dessen erhöht sich der Preis/Anteil und die Dividende, die der Käufer pro Anteil von mir erhält.

    Das alles sind für mich jedoch Nebeneffekte, denn vor allem ist Empire Avenue ein soziales Netzwerk, auf dem ich eine Menge interessanter Menschen kennenlerne, mit denen ich mich in den verschiedenen Gruppen austauschen kann.

    Ich habe schon Geschäfte auf Empire Avenue gemacht. Durch das kennenlernen genau der Menschen, die meine Produkte wollen oder brauchen.

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