Kollegen

Ich arbeite in einem Betrieb mit rund 160 Leuten. Mit einigen arbeite ich sehr eng zusammen, mit einigen nur gelegentlich und die meisten kenne ich mehr oder weniger nur vom über den Flur gehen.
Naturgemäß sind ziemlich viele Charaktere vertreten. Geärgert habe ich mich dabei immer über die Faulpelze, die nach außen hin immer so tun, als ob sie schwerer beschäftigt wären, als alle anderen. Ich liebe auch sehr die Megawichtigen, die nur die allertollsten Sachen bearbeiten, die die Abteilung hochhalten, ohne die hier aber auch gar nichts laufen würde….die aber tatsächlich keine Ahnung haben.
Schwer genervt bin ich auch immer von meinem direkten Kollegen, weil der so ein wahnsinniger Umstandskrämer ist. So etwas habe ich vorher noch nie erlebt. Ich kenne niemanden, der auch nur ansatzweise so lange braucht, bis er mal zum Punkt kommt. Er ist ein netter und herzensguter Mensch, aber so weit von meiner Denk- und Arbeitsweise entfernt – da muß ich mich manchmal schwer zusammenreißen.
Die Krönung ist aber unser neuer Kollege, den wir jetzt sein Januar einarbeiten. Er hat den Humor eines Kindes und bekommt unkontrolliert Lachanfälle wegen Sachen, die außer ihm keiner lustig findet. Er ist manchmal so beleidigt, daß er sein Büro nicht mehr verläßt, nach Hause gehen will oder jemanden tagelang ignoriert. Aus Gründen, die wir nicht verstehen. Er ist auch jähzornig und kann einen aus heiterem Himmel anbrüllen. Gegenüber den Sekretärinnen ist er arrogant und rechthaberisch, weil die ja nur schreiben.
Seit gestern ist er mal wieder mit mir beleidigt. Ich weiß nicht genau, weshalb eigentlich und ich frage auch nicht. Er redet nur das Allernötigste mit mir, völlig ingnorieren kann er mich nicht, weil ich derzeit für seine Einarbeitung zuständig bin und die Kollegin nicht da ist.
Ich finde das mühsam. Nach meiner ernsthaften Überzeugung nützt ein Gespräch da nichts. Der Mann gehört in psychologische Behandlung. Und ich habe weder die Zeit noch die Geduld, Kindermädchen für einen 36-jährigen zu spielen. Wir brauchen dringend arbeitsmäßige Unterstützung und niemanden, der uns mit seiner negativen Ausstrahlung noch Energie abzieht.

Ich hätte nie von mir gedacht, daß ich jemals ernsthaft daran arbeiten würde, einen Kollegen loszuwerden. In diesem Fall habe ich jedoch bereits damit angefangen. Und ich habe nicht die Spur eines schlechten Gewissens.

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2 Antworten to “Kollegen”

  1. Torsten Says:

    Mußt du auch nicht haben. Und ich wünsche, daß sich alles zum positiven für dich wendet.

  2. der sich selber liestmarkus Says:

    Hi Muli
    Manchmal ist es schon eine rechte Qual mit den Kollegen. Noch schlimmer wird es wenn Du Chef von so einem Kollegen bist, so wie ich ……. da bleibt oft nur noch Galgenhumor 🙂

    Lg Markus

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