Irrfahrt

Am Wochenende war ich beim 4.Barcamp in Stuttgart. Übrigens wieder eine gelungene Veranstaltung, aber dazu an anderer Stelle mehr.

Ich wollte eigentlich am Sonntag so um 18:00 oder 19:00 Uhr wieder nach Hause fahren. Aber dann habe ich mich (gerne) dazu überreden lassen, noch zu einem Abendessen in’s kleinundfein mitzukommen. Das ist in der Nähe vom Hauptbahnhof, also für mich perfekt. Ich wußte, daß ab Stuttgart der letzte Zug nach Konstanz um 22:25 Uhr geht. Eigentlich. Ich hatte nicht bedacht, daß am Sonntag ein anderer Fahrplan gilt. Erst später hab ich noch einmal nachgesehen und festgestellt, daß die letzte gescheite Verbindung schon um 19:55(!) Uhr geht, Fahrtzeit nur knapp 2 1/2 Stunden. Der letzte Zug dann schon um 21:12 Uhr, aber mit einer Fahrtzeit von 4 Stunden, weil die Verbindung über Ulm(!) geht. Irgendwie blöd, aber was sollte es. Ich wollte schließlich mein Essen genießen, außerdem hatte ich zwei sehr nette Übernachtungs-Angebote, war also für den Notfall abgesichert.
Ich wollte ich dann aber doch in jedem Fall nach Hause und am Montag einen kompletten freien Nichtstuer-Tag genießen. Komischerweise konnte ich dann kein Handyticket buchen und bin dann kurz vor 21:00 Uhr – leider ohne Dessert – zum Hauptbahnhof (den ich ausnahmsweise auf Anhieb gefunden habe), schnell ein Ticket am Automaten gelöst (ging auch auf Anhieb) und dann punktgenau auf Gleis 16 gesaust…..und der ICE nach Ulm hatte 20 Minuten Verspätung….. In dem Moment sah ich das Drama schon kommen. Ich wußte, daß ich in Ulm nur 6 Minuten Zeit habe und der IRE Richtung Konstanz vielleicht nicht wartet. Ich hab daher schwer mit mir gekämpft, ob ich wieder umdrehe. Aber dann siegte irgendwie der Trotz. Der ICE hatte dann am Ende noch etwas mehr Verspätung und der Anschlußzug in Ulm hat natürlich nicht gewartet. Aber schon im ICE hatte man mir gesagt, daß eine Stunde später noch ein Zug zumindest bis Friedrichshafen fährt und ich mir am Service Point in Ulm einen Taxigutschein von Friedrichshafen bis Konstanz holen kann.
Dort stand dann erwartungsgemäß eine etwas längere Schlange, aber die zwei Angestellten am Schalter hatten die Sache gut im Griff. Schon nach etwa 10 Minuten hatte ich zusammen mit einem anderen Fahrgast, der nur bis Bermatingen mußte, einen Taxigutschein. Und einen Erstattungsantrag über 50% des Fahrpreises haben wir auch gleich bekommen. Ich hatte dann nur etwas Bedenken, weil der nicht so übermäßig vertrauenerweckende andere Fahrgast den Gutschein an sich genommen hat und meinte, es würde ja reichen, wenn wir uns in Friedrichshafen am Taxistand treffen und dann verschwunden ist. Nun ja. In Ulm war wenigstens die Wartezeit recht kurzweilig. Jede Menge los und es gab viel zu sehen. Etwas verschüttelt hat es mich dann allerdings, als mein Zug Richtung Friedrichshafen dann verspätet abfuhr, weil noch auf Anschlußfahrgäste aus Stuttgart(!) gewartet wurde.
In Friedrichshafen habe ich dann meinen Taxi-Mitfahrer Gottseidank gleich getroffen. Aber der Taxifahrer hatte zusätzlich noch eine Gruppe von 4 Frauen mitgenommen und wir sind dann im dichten Nebel erst zu einer Adresse in Wirmetsweiler gefahren, dann in irgend eine Ecke von Bermatingen und zu drei Häusern in Mittelstenweiler (wußte bis dahin nicht, daß es diese Orte gibt). Also eine richtig schöne Dorftour. Und mir wurde es derweil immer schlechter, weil ich Autofahren meist einfach nicht so gut vertrage. Zwischendrin konnte ich mich dann wenigstens mal nach vorne neben den Fahrer setzen, dessen Red-Bull-Genuß während der Fahrt jetzt auch nicht gerade vertrauensfördernd war.
Er wollte dann – auch wegen des Nebels – nicht um den See fahren und die Autofähre Meersburg-Konstanz nehmen. Die fährt mitten in der Nacht nur noch alle Stunde und war – ratet – natürlich gerade weg, als wir endlich ankamen. Klar. Kurz vor dem Anleger ist wenigstens ein nettes Lokal, das noch offen hatte. Der Taxifahrer fragte mich, ob es mir was ausmachen würde, alleine zu warten und ohne ihn mit der Fähre rüber zu fahren. Er würde mir das Geld für die Fähre und das Taxi in Konstanz geben und noch was für ein Getränk. Das erschien mir irgendwie sinnvoll, also haben wir das so gemacht. Ich hab dann noch eine halbe Stunde zwischen lauter Dirndln und Lederhosen verbracht (die müssen vorher vom Oktoberfest Konstanz gekommen sein) und bin dann gegen 2:30 Uhr auf die Fähre. Wenigstens hat dann in Konstanz tatsächlich das von mir bestellte Taxi schon gewartet. Das fuhr dann zwar einige Umwege mit mir, weil die Hauptstraße gerade neu geteert wird. Aber darauf kam es dann auch nicht mehr an. Am Ende war ich dann so um 3:1o Uhr endlich zuhause.

So macht man aus einer Fahrt von eigentlich knapp 2 1/2 Stunden eine von fast 6 Stunden.

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Eine Antwort to “Irrfahrt”

  1. chefarbeiter Says:

    Heee! Was spricht denn gegen Red-Bull-Genuss?

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