Kein Jahresrückblick

Viele schreiben dieser Tage einen Jahresrückblick. Für 2010 habe ich das auch getan, 2011 war es eher ein Ausblick. Und so werde ich es auch diesmal wieder halten: nur ein kurzer Blick zurück, denn der Weg ist vorne.

Auch 2012 hat mich eines wieder am meisten beschäftigt: die Krankheit meiner Schwester. In 2010 hat sie eine sehr seltene und sehr fiese Autoimmunerkrankung bekommen. Es war furchtbar zuzusehen, wie es ihr immer schlechter ging, während die Ärzte erst nicht wussten, was ihr fehlt. Am Ende konnte sie nur noch eins: hören. Ich erspare Euch die furchtbaren Details, aber mir haben sie sich eingebrannt. Sie jedenfalls hat gekämpft und die allerschlimmsten Zeiten sind vorbei. Sie ist weiter gekommen, als die Neurologen es je für möglich gehalten haben. Und ich habe es hinbekommen, dass sie nach zwei Jahren Krankenhaus und Pflegeheim seit Juni wieder in ihrer eigenen Wohnung ist. Fragt nicht, was ich alles angestellt habe, um die Wohnung so lange zu halten, die Einrichtung der Wohnung für sie als Pflegefall, die Suche nach einer geeigneten Pflegerin, die bei ihr wohnt, sie einzuarbeiten und nicht zuletzt die Finanzierung der ganzen Sache, die erst seit kurzem gesichert ist.
Ich hab in den letzten zweieinhalb Jahren unglaublich viel Zeit und Energie investiert (im Schnitt bin ich alle zwei Wochen nach Hannover gefahren um mich zu kümmern und Dinge zu regeln) und hatte keine Zeit für meine eigene Gesundheit, meine Arbeit und mein Leben. Auch deshalb macht mir der eine oder andere Kollege (besonders No.3) so zu schaffen. Ich hab einfach keinen Nerv und keine Reserven, mich mit deren Problemen zu befassen. Neben dem Kampf mit Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Rentenversicherung und Sozialamt war ich damit beschäftigt, meine Arbeitsrückstände wieder aufzuholen und mich neuen Schwerpunkten zu widmen. Die Weichen dafür habe ich bereits gestellt und dort will ich weiter investieren.
Und wenn es klappt, werde ich außerdem im Frühjahr in Zürich einen Vortrag vor internationalem Publikum halten und im Herbst ein bisschen Dozentin spielen. Darauf freue ich mich schon 🙂
Mein Privatleben lag natürlich auch ziemlich brach. Keine Zeit und Energie für Freundschaften, Liebschaften oder anderen Freizeitaktivitäten (außer dem einen oder anderen Barcamp ;-)). Aber so langsam habe ich das Gefühl, dass ich mein Leben wieder zurück habe. Ein bißchen Zeit zur Erholung brauche ich noch. Doch dann werde ich wieder ausgehen, mit meinen Nachbarn feiern, mit meinen Katzen spielen, flirten, meinen Traummann suchen, die Umgebung um den Bodensee erkunden, in’s Strandbad gehen, meine liebsten Twitterer besuchen, meine Wohnung umgestalten, mal wieder das Technorama besuchen, mit dem ICE nach Genua fahren, küssen….
Meine 88-jährige Katzensitterin ist allerdings immer noch im Krankenhaus und es ist nicht sicher, ob sie zurück in ihre Wohnung kommt. Da werde ich wohl erst mal neu organisieren müssen. Aber ich bin ja inzwischen Spezialistin.

2013, ich komme.

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8 Antworten to “Kein Jahresrückblick”

  1. unepartiedemoipourvous Says:

    und ich drück dir dazu alle meine Daumen, Finger, Zehen die ich habe….

  2. Erik Schimmel Says:

    Alles, was im vorletzten Absatz steht. Und davon viel! Bis morgen! 😉

  3. Markus Says:

    Hi Muli 🙂
    Ich wünsche Dir, dass 2013 genauso läuft, wie Du es Dir vorstellst!

    lg Markus

  4. Daniela Warndorf (@Frau_Elise) Says:

    Küssen ist ein guter Plan. Ich drück die Daumen!

  5. Miss Fairytalez Says:

    Ich wünsche Dir, dass all Deine Pläne und Wünsche für das neue Jahr sich verwirklichen lassen und dass es Dir dann auch genau so viel Spaß macht wie du es dir jetzt vorstellst!

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