Wäre ja zu schön gewesen

Wäre ja zu schön gewesen, wenn nun alles glatt gegangen wäre.
Statt dessen hatte ich ständig Temperatur und erhöhte Entzündungswerte im Blut. Zuerst wurde ein Keim in der Blase festgestellt und ich bekam zwei Antibiotika. Dann wieder ein anderer Blasenkeim und ein anderes Antibiotikum. Von dem Zeug ist mir natürlich wieder schlecht geworden und mit dem Essen ging es immer noch nicht so recht. Trotzdem wurde der Venenzugang für die künstliche Ernährung entfernt. So ein Kunststoffschlauch stellt zum einen immer ein Infektionsrisiko dar und hätte die Ursache für die schlechten Blutwerte sein können. Und zum anderen mussten wir endlich testen, ob ich auch ohne zusätzliche künstliche Ernährung zurecht komme.
Leider gingen die Entzündungswerte trotz allem nicht zurück, was meinen Arzt und auch mich mal wieder nervös machte. Also zum x-tenmal in’s CT (nächstes mal löse ich gleich eine Zehnerkarte). Zu meiner Erleichterung war aber nichts zu sehen. Keine neuen Abszesse oder Ähnliches. Aber woher dann die Infektion? Da kamen sie damit um’s Eck, dass ich noch zwei Doppel-J-Schienen drin hätte (???) Das sind ziemlich lange Kunststoff-Schläuchlein, die im Harnleiter zwischen Blase und Nieren liegen. Die halten den Harnleiter offen und wurden mir während der großen Unterleibs-OP vorsichtshalber eingesetzt. Die sollten dann jetzt raus. Und wie? Ja genau: durch die Blase. Und wieder einmal wurde mir ganz anders. Immer, wenn ich dachte, jetzt hab ich alles mitgemacht…
Der Urologe war ein wirklich netter Kerl und hat mir mehrmals sehr glaubhaft versichert, dass die Prozedur zwar unangenehm sei, aber nicht wehtun würde. Schön wäre es gewesen. Der erste Schlauch war zwar relativ schnell draußen, aber dann fing er an, den zweiten zu suchen. Auah und nochmal auah. Und dann nichts gefunden. Als er mir dann sagte, dass entweder doch nur einer eingesetzt wurde oder aber der Schlauch hochgerutscht sei, war mir schon wieder alles klar. Und so war es natürlich auch: das Mistding hatte sich gelöst und war Richtung Niere gewandert. Erst dachte ich schon, jetzt muss wieder geschnibbelt werden. Aber der Urologe erklärte mir, dass er den Schlauch auch so durch die Blase holen kann, aber nur in Vollnarkose. Das würde er dann aber erst am nächsten Tag machen.
Tja, und das war dann zuviel für mich. Bisher hatte ich ja alle Komplikationen irgendwie hingenommen. Und diese war ja jetzt im Vergleich zu den vorherigen nicht wirklich schlimm. Aber eben eine zuviel. Ich hab einen regelrechten Weinkrampf bekommen und war den Rest des Tages völlig fertig. Irgendwie tat es aber auch gut, einfach mal loszulassen und nicht mehr tapfer zu sein.
Das Entfernen am nächsten Tag ging dann völlig problemlos und ich war auch schnell wieder wach und fit. Und tatsächlich gingen dann die Entzündungswerte endlich runter und ich durfte ein paar Tage später – nach über zwei Monaten – endlich wieder nach Hause. Wißt Ihr, wie toll? 🙂
Hier bin ich jetzt seit einer Woche. Und wie es mir ergeht, demnächst in diesem Medizin-Theater.

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5 Antworten to “Wäre ja zu schön gewesen”

  1. Yvonne Says:

    Ich drück dich.

  2. heinzkamke Says:

    Wenn ich mitdrücken dürfte?

  3. Miss Fairytalez Says:

    Ich freue mich so sehr für dich, dass es ENDLICH bergauf geht!!! Und ich wünsche dir so sehr, dass bald alles wieder so normal wie möglich ist.

    Der Weinkrampf ist absolut verständlich, ich bin schon wegen wesentlich weniger ausgerastet. Irgendwann ist das Maß einfach voll.

    Alles Gute :-*

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