Endlich zuhause

Seit drei Wochen bin ich jetzt zuhause und so langsam wird es.

Die ersten zwei Tage ging fast gar nichts. Ich war noch so fertig, dass ich es mal grad aus dem Bett auf’s Sofa geschafft hab und schon Katzenwäsche war mir zuviel. Dann musste ich auch schon wieder in’s Krankenhaus, um mir endlich den Port legen zu lassen. Musste zwar trotz frühem Termin warten, aber das Implantieren hat reibungslos geklappt und die örtliche Betäubung war auch einwandfrei. Allerdings hatte ich nicht damit gerechnet, dass sie mich gleich wieder an Wasser und Nahrung hängen und ich den Rest des Tages dort verbringen sollte. Darauf hatte ich ja nun gar keine Lust. Über zwei Monate Krankenhaus waren einfach genug. Ich hab mir dann nur eine kleine Flasche Nahrung anhängen lassen und mich nachmittags fluchtartig wieder von dannen gemacht 🙂

Mit meiner Ernährung hatte es ja schon seit Oktober überhaupt nicht richtig geklappt. Mir war immer übel und ich konnte kaum etwas essen. Ich dachte immer, das liegt an der Chemo, aber auch nach 3 Monaten Unterbrechung (wegen der OPs) ging es immer noch nicht viel besser. Als ich aus dem Krankenhaus entlassen wurde, war ich wieder bei 42kg angekommen. Das ist natürlich viel zu wenig, vor allem, wenn die Chemo weiter geht.
Deshalb sieht es im Moment so aus, dass abends jemand vom Pflegedienst kommt und mir an den Port einen Liter mit Flüssignahrung über 1000kcal anhängt. Das läuft dann 13 Stunden und morgens hängt mich jemand wieder ab. Damit habe ich eine Mindestversorgung, auch wenn ich mal nicht essen kann. Der Beutel kommt zusammen mit der Akku-Pumpe in einen Rucksack und ich kann problemlos damit in der Wohnung herumlaufen und nachts auf Toilette gehen (muss ich auch, wenn die ganze Zeit Flüssigkeit nachläuft ;-))
Interessanterweise hörte meine Übelkeit einen Tag vor der Entlassung aus dem Krankenhaus auf und ich kann seitdem wieder problemlos essen. Natürlich keine Riesenberge, aber auf jeden Fall genug, um über die Runden zu kommen. Deshalb klappt es mit dem gewünschten Zunehmen auch wunderbar und seit vorgestern bekomme ich nur noch jede zweite Nacht einen Beutel. Das ist mir sehr recht. Denn auch wenn es mir sehr hilft, lästig ist es natürlich schon auch. Und vor allem nachts neige ich dazu, im Halbschlaf auf den Schlauch zu tappen. Das ist irgendwie unschön.

Mein Mittagessen lasse ich mir von den Maltesern bringen. Aber das werde ich wohl bald wieder abbestellen, denn inzwischen bin ich fit genug, mich wieder selber darum zu kümmern. Und einige Gerichte sind auch eher zum Wegwerfen als zum Essen 😉
Meine Einkäufe erledigt immer noch hauptsächlich @liefern für mich, aber Kleinigkeiten hole ich inzwischen schon selbst. Groß schleppen ist noch nicht und ich kann auch meinen Rucksack nicht nehmen, weil die Portnadel im Weg ist. Und lange an der Kasse stehen geht auch noch nicht. Aber das wird noch.

Ansonsten plagen mich Nebenwirkungen der Chemo und/oder des Studienmedikaments: beide Füße sind taub und im linken habe ich öfter Schmerzen. Ich gehe deshalb etwas unsicher und passe immer höllisch auf. Umknicken oder die Treppe runterdengeln würde mir jetzt gerade noch fehlen. Und seit der letzten Infusion habe ich Wasser im Bauch, an den Hüften und in den Beinen, vor allem im rechten. Ich komme derzeit in keinen Schuh, sondern nur noch in meine UggBoots. Auch ein Teil meiner Jogginghosen klemmt. Nehme deshalb jetzt zu den übrigen Medikamenten noch Entwässerungstabletten. Nützt aber bisher nix.

Medikamente ist auch so ein Thema: ich hab Tabletten für vor dem Essen und für nach dem Essen. Zwei Sorten müssen in den Kühlschrank, ein Pulver muss aufgelöst und darf nur im Abstand von zwei Stunden zu allen anderen genommen werden. Da ist der ganze Tag irgendwie verplant.

Aber sonst läuft es und ich habe sogar schon einmal den Staubsauger bewegt. Immerhin 😉

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5 Antworten to “Endlich zuhause”

  1. der Sprachlose Says:

    Hi Muli
    Es freut mich richtig außerordentlich zu hören, dass es Stück für Stück besser geht!
    Ich finde es bewundernswert, wie Du das alles anpackt!
    Immer weiter so!!
    LG vom Pfleger 😉

  2. Miss Fairytalez Says:

    Wahnsinn, wie du das meisterst. Freue mich sehr für dich, dass du wieder ein Stück Selbständigkeit zurück gewonnen hast!
    Das mit dem Wasser und den UggBoots kenne ich von den letzten Schwangerschaftswochen…ich drücke die Daumen, dass es weiter vorwärts geht!
    Liebe Grüße!

  3. Michaela Says:

    Ich habe erst jetzt mitbekommen, daß du Krank bist. Ich hoffe, dir geht es inzwischen wieder besser und deine Gesundung schreitet voran. Ich wünsche es dir jedenfalls von ganzen Herzen.
    Liebe Grüsse vom Bodensee,
    Michaela

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