Das Ende der Beutel. Hoffentlich

Seit dem 09. Dezember (mit 41kg) wurde ich praktisch durchgehend zusätzlich künstlich ernährt. Ich hab zeitweise bis zu 2000kcal pro Tag über die Vene bekommen, ansonsten wäre ich vermutlich schon verhungert. Trotzdem hab ich bei meiner Entlassung aus dem Krankenhaus vor gut vier Wochen nur knapp 43kg gewogen. Weil ich seitdem endlich wieder essen kann, hab ich zusammen mit zusätzlichen 1000kcal pro Tag in drei Wochen tatsächlich 10kg zugenommen. Allerdings muss ich zugeben, dass davon wohl mindestens 2kg Wassereinlagerungen sind, wenn nicht eher 3kg. Aber ich wollte nicht mehr weiter so rasant zunehmen, sondern langsam abfedern. Mir wurde gesagt, dass es ohnehin nicht gut sei, abrupt mit der künstlichen Nahrung aufzuhören, sondern sich auszuschleichen. Deshalb hab ich zuletzt nur noch jede zweite Nacht einen Beutel bekommen.
Blöderweise habe ich seitdem nicht mehr zugenommen. Trotz durchschnittlich 500 Extra-Kalorien pro Tag und obwohl ich die ganze Zeit futter wann ich will und was ich will. Aber ich möchte endlich wieder von der Leine und das aus mehreren Gründen:
Ich fühle mich erstaunlich unselbständig – und auch irgendwie krank – weil ich mich nicht alleine ernähren kann. Diese Abhängigkeit irritiert mich einfach. Das wird noch dadurch verstärkt, dass ein- oder zweimal täglich ein fremder Mensch bei mir in der Wohnung ist, um mich an- oder abzuhängen. Und lästig ist es natürlich auch. Die Nahrung läuft 13 Stunden und ich schleppe in der Zeit einen Rucksack mit mir herum und muss aufpassen, nicht auf die Leitung zu treten oder damit irgendwo hängen zu bleiben (was mir ja bekanntermaßen nicht immer gelungen ist 😉 ) Und nicht zuletzt liegt die Portnadel die ganze Zeit und ich kann mir deshalb keine Tasche über die rechte Schulter hängen oder mit dem Rucksack zum Einkaufen. Ich hoffe mal, dass der Port alleine nicht stört, zumal mir der nette Chef-Chirurg einen kleineren Port eingesetzt hat, als den anderen 🙂
Jetzt läuft also der hoffentlich letzte Beutel. Meine Vorräte an Sahne und Sauerrahm habe ich heute sicherheitshalber schon mal aufgestockt 🙂

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9 Antworten to “Das Ende der Beutel. Hoffentlich”

  1. Torsten Maue Says:

    Ich drücke dir fest die Daumen, das du es bald geschafft hast.

  2. Miss Fairytalez Says:

    Viel Erfolg! *Daumendrück*

  3. R4PUN2EL Says:

    Ich les das erst jetzt, es ist hier grad etwas *turbulent* – dank Chemo ist die Tagesform fast unberechenbar und ich bin ja nebenbei noch im Wohnungswechsel. Aber: es ist schön zu hören, dass du jetzt wohl beutelfrei bist und das sich das Gewicht nach oben korrigiert. Ich denke viel an dich und drücke natürlich auch weiterhin die Daumen, dass mal ne Glückssträhne kommt. Alles Liebe!

  4. Martin Z. (@martini_ganz) Says:

    Servus Du,
    ich habe auch erst vor Kurzem von deinem Leidesweg gelesen, und bin noch immer recht sprachlos. Ich halte dir alle verfügbaren Daumen (8 Katzendaumen sind zur Sicherheit auch dabei)!

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