Archive for the ‘Bahn’ Category

Ausflug mit Hindernissen

30. Juni 2013

Vor 10 Tagen hatten wir Betriebsauflug. Entweder eine vierstündige Wanderung am Donautal oder sich in Sigmaringen aussetzen lassen und die Landesgartenschau und/oder das Schloss besuchen. Eigentlich wandere ich ja ganz gerne, aber es hieß, man soll feste Schuhe anziehen (besitze ich nicht *hüstel*) und Wanderstöcke mitbringen (besitze ich schon zweimal nicht). Das klang mir alles irgendwie zu anstrengend und außerdem wollte ich ganz gern mit Kollegin C. zusammenbleiben.
Die letzten Ausflüge hatte ich meist deshalb ausgelassen, weil mir im Bus gerne schlecht wird. Weil neulich die Fahrt nach Stuttgart ganz gut ging, dachte ich aber, ich versuche es mal wieder. Was ich allerdings nicht bedacht hatte: der Bus fuhr nicht geradeaus auf der Autobahn, sondern weil noch Kollegen eingesammelt wurden, die ganze Strecke schön über die Dörfer. Also leider Kurven ohne Ende. Vor allem am Schluss, als die Wanderer noch irgendwo in der Pampa abgesetzt wurden. Ich war völlig grün und kurz davor, nach der Tüte zu verlangen. Aber auch die scheußlichste Fahrt nimmt mal ein Ende. Die Sonne schien, aber nicht zu knallig, genau richtig für die Landesgartenschau. Auf der bin ich mit der Kollegin eine ganze Weile rumgelaufen. Wir haben uns Schokoladenblumen angesehen und uns von einem fliegenden Händler einen Lederbalsam aufschwatzen lassen 😉 Die Gartenschau selbst fanden wir irgendwie enttäuschend. Einfach viel zu wenig Blumen. Aber das lag sicherlich auch mit an dem blöden Wetter der letzten Wochen.
Unsere frühe Mittagspause war dafür sehr unterhaltsam, weil sich ein älteres Ehepaar zu uns setzte, so an die 80 Jahre alt. Die zwei waren total süß und haben uns mit Geschichten aus ihrem Leben gut unterhalten.
Meine Kollegin habe ich kurz danach wieder in den Bus gesetzt und bin allein noch etwas durch Sigmaringen gelaufen. Ich hatte nicht die geringste Lust, mit dem schaukeligen Bus irgendwo in die Einöde zu dem geplanten späten Mittagessen zu fahren und dann den Weg zurück nach Konstanz. Allein der Gedanke daran ließ mich schon wieder grün werden. Der Bahnhof war auch gar nicht so weit weg und leicht zu finden. Nachdem ich genug davon hatte in der Stadt herumzulaufen (und wieder unnötig Shirts und Schuhe zu shoppen ;-)) hab ich mir noch ein Riesen-Eis gekauft und vor dem Bahnhof ein bißchen unter den Bäumen auf einer Bank gesessen. Die getankte Relaxtheit hab ich später noch dringend gebraucht:
Der Bahnsteig in Sigmaringen war für einen Donnerstag erstaunlich gut gefüllt. Fast ausschließlich mit jungen Leuten mit allerlei Zeugs dabei. Also besser gleich in Position bringen für einen Platz im Zug. Der ließ sich aber mal wieder Zeit. Erst hieß es 10 Minuten, dann 15 Minuten, am Ende waren es dann 20. Und er war schon rappelvoll.
In der Zwischenzeit hatte ich auch mitbekommen, dass irgendwo ein Musikfestival war. Von sowas hab ich keine Ahnung, weil ich nicht mal Konzertgänger bin. Und ein mehrtägiges Festival würde mir schon gar nicht einfallen. Also hatte ich natürlich auch den Termin des Southside-Festival nicht mal ansatzweise auf dem Schirm.
Der Lokfüher hat mich und eine Wandergruppe netterweise gleich rangewunken und in die 1. Klasse einsteigen lassen. Deshalb hatte ich wenigstens einen Sitzplatz. Aber der Anschluss in Immendingen war nicht mehr zu kriegen. Weil ich inzwischen festgestellt hatte, dass ich eine Fahrkarte nur für den Nahverkehr hatte, die nächste Verbindung aber ein IC wäre und weil ich keine Lust hatte, länger auf einem Dorfbahnhof rumzuhängen, hab ich beschlossen, schon in Tuttlingen auszusteigen. Fehler. Schwerer Fehler.
Was ich nämlich auch nicht wusste: das alle Festival-Gänger ebenfalls in Tuttlingen aussteigen würden. Und dass gefühlt 1000 Leute den Ausgang des Bahnhofs blockieren würden, während sie auf den Shuttle-Bus warten. Habt Ihr schon mal versucht, Euch durch eine Menschenmenge zu wühlen, die nicht nur jede Menge „Gepäck“ in Form von Trollys und Sackkarren mit palettenweise Bier dabei hat? Dazu Rucksäcke mit quer befestigten Isomatten und Zeltgestängen? Ein Wunder, dass ich es überhaupt geschafft hab. Aber ging sicher fast eine Viertelstunde.
Das nächste, was ich gelernt habe: nicht jeder Bahnhof befindet sich direkt in der Innenstadt. Ich bin gefühlt 3km gelatscht , bis ich endlich dort war. Tatsächlich war es nur die Hälfte, aber weil ich dringend pinkeln musste, kam es mir erheblich länger vor. Im Zug und auch am Bahnhof hatte ich bloß keine Chance gehabt. In der Innenstadt hab ich sofort die nächste Eisdiele gestürmt. Die Toilette war okay, aber der Quarkbecher, den ich mir gönnen wollte, war furchtbar. Der Quark schmeckte nicht und das Eis auch nicht. Zum Trost bin ich dann noch in einen türkischen Klamottenladen. Ihr wisst schon: so einer wo auf jedem Schuh und jedem Shirt mehr Glitzer ist, als in meiner gesamten Schmuckschatulle 😉 Die ganze Zeit hat mich eine Verkäuferin argwöhnisch beobachtet, weil ich irgendwie so gar nicht dort rein passte. War mal eine ganz neue Erfahrung.
Rechtzeitig zurück am Bahnhof um mich wieder durch die Menschenmenge zu graben, kam mein Zug überraschenderweise nur ein paar Minuten zu spät. Dafür hatte dann wieder der Anschluss in Singen deutlich Verspätung. Durch dieses blöde Festival ist an dem Tag der ganze Fahrplan aus dem Takt geraten. Am Ende war ich dadurch erst mit zweieinhalb Stunden Verspätung zuhause.
Aber hey: mir war nicht schlecht.

Kaffee führt zu noch mehr Kaffee

26. Mai 2013

Kaffee? Mag ich nicht. Ich bin in einem Teetrinker-Haushalt groß geworden. Möglichst weiches Wasser, eine gute Ostfriesen-Mischung, Kandis und Kekse dazu und zum Abendessen Früchte- oder Kamillentee. Kaffee? Mein Vater hat mittags einen schnellen Löslichen getrunken, bevor er wieder zur Arbeit musste. Aber das war es auch schon.
Als ich anfing, im Büro zu arbeiten, gab es dort nur Kaffee. Ganz selbstverständlich zu jeder Frühstückspause. Und zwischendurch. In jedem Büro stand mindestens eine Kaffeemaschine. Also hab ich auch damit angefangen. Zuerst fand ich ihn ungenießbar, dann stellte ich aber fest, dass er mit viel Milch und Zucker einigermaßen runter zu bekommen ist. Aber wirklich mögen? Bis heute nicht.
Und die Zeiten haben sich geändert. Auch in den Büros. Kein Rauchen am Arbeitsplatz und die Teetrinker sind auf dem Vormarsch. Hängt wohl mit dem gestiegenen Gesundheitsbewusstsein zusammen (wie weit es damit tatsächlich her ist, sei an dieser Stelle mal dahingestellt). Und so hab ich irgendwann einmal völlig mit Kaffee aufgehört. Aufhören können, denn inzwischen kriegt man auf Nachfrage tatsächlich auch einen genießbaren Tee. Nur noch selten bekomme ich ein „Oh, da muss ich mal die Kollegen fragen“ zu hören, worauf dann 10 Minuten später jemand triumphierend mit einem einzelnen etwas verknickten Teebeutel undefinierbarer Herkunft auftaucht.

Heute Mittag bin ich etwas verfroren in Hannover in den ICE gestiegen. Normalerweise bestelle ich mir dann einen Tee, bevorzugt Grüntee mit Zitrone. Dann kam aber gerade eine Zugbegleiterin mit einem Tablett Kaffee und Cappuccino vorbei. Und ich dachte: was soll’s, ist auch heiß und müde war ich auch schon wieder (dabei hilft Kaffee bei mir überhaupt nicht gegen Müdigkeit, aber irgendwie ist das bei mir trotzdem drin). Und Cappuccino schmeckt nicht ganz so furchtbar, also hab ich einen genommen. Mit zwei Zucker. Ging so, aber ging.
In Frankfurt hat mich mein Sitznachbar über dem Gang gebeten, auf seinen Platz aufzupassen. Der ICE hat dort immer 5 Minuten Aufenthalt und ich dachte, er geht schnell eine rauchen. Stattdessen tauchte er mit zwei Bechern Kaffee wieder auf, die er draußen geholt hatte. Er erzählte mir, dass er eigentlich nur einen Kaffe und ein Stück Kuchen bei seinem bevorzugten Stand habe holen wollen. Aber da sei eine lange Schlange gewesen, also habe er schnell woanders einen geholt. Und wo er doch nun eine Hand frei gehabt hätte…. Tja. Da saß ich nun mit meinem Becher Kaffee, den ich so gar nicht wollte. Ablehnen? unmöglich. Aber er hatte genügend Zucker mitgebracht und wir haben dazu meine Milka-Kekse geteilt. Trotzdem hätte ich viel lieber Tee gehabt. Dafür hatten wir eine lange und nette Unterhaltung, das war den Kaffee wert.
Und falls er gefragt hätte, ich hätte ihm sogar meine Nummer gegeben. Bei einem Becher Tee hätte ich sie ihm vielleicht von selbst gegeben 😉

Eine Bahnfahrt, die ist….

14. Februar 2013

Am Sonntag bin ich zum gefühlt mindestens 100. mal von Hannover zurück nach Konstanz gefahren, tatsächlich waren es wohl eher 50 mal, und irgendwie war von Anfang an der Wurm drin.
Ich wusste, dass es knapp wird, aber zum Rennen mit dem schweren Rucksack auf dem Buckel hatte ich keine Lust, also ist mir der Bus Richtung Bahnhof direkt vor der Nase weg gefahren. Weil, eigentlich ja erfreulich, Sonntag war, musste ich 20 Minuten auf den nächsten Bus warten, aber wenigstens schien die Sonne und es war angenehm temperiert. Dafür war es dann natürlich im Bus reichlich hitzig, wie immer, wenn die Sonne durch die großen Scheiben knallt und ich hab mich wenigstens teilweise aus meinen Sachen gepellt, um nicht zu erschwitzen.
Auf die Stadtbahn, in die man umsteigen muss, weil der Anschluss des Stadtteils immer noch auf ich warten lässt, hieß es weitere 7 Minuten zu warten, statt wie geplant 2 Minuten. Zu meinem Erstaunen war ich dann doch noch 10 Minuten vor Abfahrt des ICE am Bahnhof, hab mir in Windeseile noch belegte Brötchen, Mineralwasser und eine Zeitschrift besorgt und bin damit die Treppen zum Bahnsteig hoch gesaust. Nur um dann dort zu lesen, dass der ICE 75 etwa 15 Minuten Verspätung hat, wegen verspäteter Bereitstellung, wie es später aus dem Lautsprecher hieß. Was bedeutet das eigentlich? Dass jemand verschlafen und den Zug zu spät aus der Garage geholt hat? Eigenartiger Weise passiert das immer dann, wenn die Temperaturen um die Null Grad oder darunter liegen und ein eisiger Wind geht oder wahlweise über 30 Grad und nicht das geringste Lüftchen. Jedenfalls hatte ich deshalb kurz überlegt, mich in die DB-Lounge zu begeben und aufzuwärmen, aber das hätte sich bei 15 Minuten nicht gelohnt. Dann ging mir durch den Kopf, eventuell den 20 Minuten späteren IC zu nehmen, also nur 5 Minuten später als der verspätet ICE, weil der IC direkt bis Konstanz durchfährt, allerdings auch mehr als anderthalb Stunden später ankommt. Wobei zu bedenken ist, dass ich wegen meiner Abneigung gegen die Schwarzwaldbahn geplant hatte über Stuttgart zu fahren und dadurch ohnehin eine Stunde länger unterwegs wäre. Bevor ich das alles zu Ende durchdacht hatte, kam allerdings die Durchsage, dass der IC 80 Minuten Verspätung hat, damit hatte er sich als Alternative natürlich disqualifiziert.
Als der ICE mit pünktlicher Verspätung abfuhr dachte ich mir, es könnte klappen, weil ich in Frankfurt eigentlich 20 Minuten Umsteigezeit gehabt hätte, aber 5 Minuten im Notfall auch reichen. Weniger sollte es aber nicht sein, denn Frankfurt hat 24 Gleise und wenn man noch dazu im dicksten Gewühle unpassenderweise von einem Ende zum anderen muss und vorher noch den Zug entlang, dann reicht das nicht. Aber ich musste mich nicht schon vorher warm laufen, denn der Zugtechniker wurde ans Telefon gerufen, was natürlich immer ein Warnsignal bedeutet und tatsächlich haben wir dann in Fulda etwa 15 Minuten außerplanmäßig gehalten wegen einer technischen Störung, damit war der Anschlusszug natürlich Geschichte.
Also fing ich an neue Überlegungen anzustellen. Zuerst wollte ich in Frankfurt aussteigen und den nächsten Zug Richtung Stuttgart nehmen, hatte mich schon angezogen und meine Plünnen zusammen gepackt, aber dann kam der Hinweis, dass Reisende Richtung Stuttgart bis Mannheim im Zug bleiben und dort umsteigen könnten. Also hab ich mich zurück ins Abteil begeben, alles wieder verstaut, mich auf meinen Platz gesetzt und erst danach gesehen, dass alle Anschlusszüge nach Stuttgart Verspätung haben und mir deshalb überlegt, dass ich besser bis Karlsruhe weiter fahre und doch die Schwarzwaldbahn nehme. Nach meiner Rechnung hätte ich in Karlsruhe etwa 40 Minuten Zeit zum Umsteigen und im Coffee Fellows noch einen Tee trinken können, aber wie man schon ahnen kann, wurde nichts daraus.
Zuerst wurden in Mannheim die restlichen Plätze im Abteil von drei rundlichen Schwarzafrikanern mit Kisten, Koffern und Taschen geentert, die lautstark und ausgiebig darüber palaverten, wer sich wo hinsetzt, wo wessen Gepäck hinkommt oder ob sie vielleicht doch noch weiter gucken. Jedenfalls glaube ich das, denn ich habe kein Wort ihrer Sprache verstanden, aber es klang lustig. In dem leichten Chaos tippte mir plötzlich eine Frau auf die Schulter, die den Platz reserviert hatte, auf dem ich saß und natürlich nur bis Frankfurt reserviert hatte, also musste ich wohl oder übel raus. Ich hatte alle Mühe, meine Siebensachen in dem Gewühl aus dem Abteil zu befördern, denn nicht nur dass 4 Leute herumstanden, sondern dank Shopping in München und Hannover hatte ich zwei Taschen mehr dabei als sonst und wegen der Temperaturschwankungen neben meiner leichten Winterjacke noch eine Fleecejacke und eine Steppweste. Ach ja, und mein Sitzkissen. Da keiner irgendwohin weichen wollte blieb mir nichts anderes übrig, als alles einfach nur raus auf den Gang zu werfen, wo geschickterweise gerade ein ganzer Trupp Leute mit Riesenkoffern und Säcken durch stapfte. Das Chaos war perfekt. Irgendwann hatte ich mich und meine Sachen dann wieder sortiert und ums Eck einen günstigen Stehplatz gefunden, denn eine Platzsuche und ein erneutes Ausbreiten hätte für die von Mannheim bis Karlsruhe dauernde Fahrt von nur 20 Minuten keinen Sinn gemacht. Hätte, denn es kam die Durchsage, dass sich die Weiterfahrt wegen einer technischen Störung vorerst verzögert. Zu diesem Zeitpunkt hat mich schon nichts mehr überrascht und ich hab mir sicherheitshalber doch noch einen Sitzplatz gesucht und das war auch gut so, denn kurz danach kam die Durchsage, dass der Zug wegen einer Streckensperrung einen Umweg fährt. Das war dann der Punkt, an dem endgültig klar war, dass es mit der Teepause in Karlsruhe nichts wird und ich mir eher Sorgen machen muss, ob ich denn nun die Schwarzwaldbahn überhaupt noch erreiche. Am Ende hatte ich dann 10 Minuten zum Umsteigen, Zeit genug, um mir wenigstens noch eine Tüte Gummibärchen zu kaufen. Die Schwarzwaldbahn hat dann brav ihren Dienst getan und pünktlich in Konstanz abgeliefert, allerdings nicht ohne mir wenigstens noch meinen Lieblingsschaffner mit dem entsetzlichen Nagelpilz vorbei zu schicken.

Umreserviert

17. Dezember 2012

Heute fahre ich von Hannover nach München. Weil stündlich ein ICE direkt fährt und mein Termin erst morgen früh ist, hatte ich mir keine genaue Zeit vorgenommen und auch noch keine Fahrkarte. Einfach gegen Mittag zum Bahnhof, vielleicht noch was essen, vielleicht auch gleich in den Zug springen und Touch&Travel nutzen. Als ich ankam, hätte ich noch etwa 15 Minuten bis zur nächsten Verbindung gehabt. Dann las ich, dass der Zug etwa 20 Minuten Verspätung hat. Dshalb habe ich mir gemütlich was zu essen gekauft und dann am Automaten eine Fahrkarte rausgelassen. Sicherheitshalber doch mit Reservierung. Die Idee war wohl auch gar nicht so falsch, denn meine bevorzugte Platzwahl – Großraum, Gang, Handybereich – gab es dieser Kombination schon nicht mehr. Ich habe dann dem Platz am Gang den Vorzug gegenüber dem Handybereich gegeben. Netz hat man ja zwischendurch trotzdem ab und zu.
Dann stand ich oben am Gleis und musste lesen, dass nur einer von zwei Zugteilen fährt. Natürlich nicht der Teil, in dem meine Reservierung war. Was auch sonst. Ich hab überlegt, mir die doch recht beachtliche wartende Menge angesehen und dann beschlossen, lieber den nächsten Zug zu nehmen. Und neu zu reservieren. Als ich im Reisezentrum war, kam mir die Idee, das doch am Comfort-Schalter machen zu lassen. Und das hat prima geklappt. Meine alte Reservierung wurde direkt storniert (ich sah mich ja schon wieder ein Fahrgastrechtformular ausfüllen) und ich bekam eine neue. Ich bin halbwegs zufrieden von dannen gezogen und hab es mir erst einmal in der DB-Lounge gemütlich gemacht. Erst jetzt hab jch gesehen, dass ich wieder eine Reservierung ohne Handybereich hab. Und viel schlimmer: einen Fensterplatz 😦
Sie hat mich nicht gefragt und ich bin davon ausgegangen, sie übernimmt meine Wünsche. Blöd. Aber jetzt tausche ich nicht mehr um. Für viereinhalb Stunden wird es gehen. Und mit etwas Glück habe ich ja keinen Sitznachbarn. Oder der Gangplatz ist grad frei.

Update: Es war zudem noch Abteil. Also das, was ich am allerfurchtbarsten finde. Aber ich habe meinen Wunschplatz noch gefunden 🙂

Fahrkartenhindernisse

17. Oktober 2012

Im Moment fahren wegen Gleisbauarbeiten sowohl die Schwarzwaldbahn (über Karlsruhe) als auch die Gäubahn (über Stuttgart) nicht. Es gibt zwar einen Schienenersatzverkehr, aber die Bus-Schaukelei von mehr als einer Stunde wollte ich mir wegen meiner Reisekrankheit nicht antun. Deshalb bin ich letzten Samstag über Ulm nach Hannover gefahren. Aber dummerweise bedeutete das eine über zweistündige Fahrt von Radolfzell nach Ulm in einem Zug mit Neigetechnik. Mir war also hundeelend. Gestern bin ich deshalb über Basel und Zürich zurück gefahren. Von Basel aus könnte man zwar kürzer über Schaffhausen und Singen fahren, aber da wird auch ein Zug mit Neigetechnik eingesetzt…. Über Basel und Zürich ist zwar eine längere und damit teurere Strecke, dauert aber bei Nutzung der Direktverbindung mit dem ICE auch nicht länger als die normale Strecke. Und außerdem ist mir nicht schlecht geworden 🙂
Am 01. November will ich nach Hamburg zum Barcamp und werde hin und sonntags zurück auch wieder über Zürich fahren. Und diesmal bin ich auch vorbereitet wegen der Fahrkarte: gestern hatte ich versucht, auf dem Weg zum Bahnhof ein Handyticket von Hannover nach Zürich zu lösen. Das ging aber nicht und mir schwante schon Schlimmes. Wenn man kein Handyticket lösen kann, bedeutet das nach meiner bisherigen Erfahrung, dass man auch am Automaten keine Fahrkarte bekommt. Und eine eventuell längere Wartezeit am Schalter hatte ich nicht eingeplant. Deshalb habe ich per Tweet eine Anfrage an @DB_Bahn geschickt und Ruckzuck die beruhigende Antwort bekommen, dass es am Automaten geht. Nur eben nicht per Handy-Ticket. Immerhin.
Das Lösen der Fahrkarte hat auch einwandfrei funktioniert. Hab bloß nicht daran gedacht, dass ich für das Teilstück Basel-Zürich ja auch eine Ermäßigung hätte bekommen können. Denn natürlich besitze ich auch das Schweizer Pendant der Bahncard 50, das Halbtax-Abo 🙂 In Zürich hatte ich sowieso über 20 Minuten Aufenthalt, da konnte ich mir dann in aller Ruhe eine Fahrkarte bis Konstanz lösen. Mit Ermäßigung.
Für die Fahrt nach Hamburg muss ich anders vorgehen. Da brauche ich eine Fahrkarte von der SBB, die ich nicht online buchen kann. Das ist hier aber kein Problem, die Schweizer Bahn hat nämlich Fahrkartenschalter im deutschen Bahnhof in Konstanz. Für die Hinfahrt besorge ich mir mein Ticket eben dort.
Am Freitag drauf will ich ebenfalls via Zürich über das Wochenende nach Hannover, die Fahrkarte kann ich dann auch gleich kaufen.
Am 27.11. habe ich mal das Convention-Camp in Hannover geplant. Bis dahin sollten die Gleisbauarbeiten beendet und der Weg über Stuttgart wieder frei sein (falls dort nicht grad ein Zug entgleist 😉 Aber das ist noch nicht ganz sicher. Dienstag ist für mich ein ungeschickter Tag und würde gleich 3 Tage Urlaub bedeuten. Das ist es vermutlich nicht wert, aber sehen wir mal.

Fahrkartenautomatenleid

17. Mai 2012

Heute haben wir einen kleinen Nachmittagsausflug nach St. Gallen gemacht. Dort war uns beiden noch nie die Mühleggbahn aufgefallen, die zum Stadtteil St. Georgen hoch fährt. Das heißt, wir wußten eigentlich nicht, wo es hingeht. Aber egal, einfach überraschen lassen.
Wenn da nicht das Problem mit der Fahrkarte wäre. Mein Begleiter hat ein GA (Generalabonnement; wie bei uns die Bahncard 100), ich dagegen nur ein Halbtax-Abo (wie Bahncard 50). Ein Fahrkartenautomat stand gleich nebendran, ein einfaches Kurzstreckenticket würde nur CHF 1,80 kosten. Kleingeld hatte ich dabei, also kein Problem. Dachte ich. Der Automat nahm nämlich kein Kleingeld an. Scheine? Ja, aber nur bis CHF 20 (das ärgert mich bei deutschen Automaten auch immer, wenn manche sogar nur bis 10 € nehmen). Hatte keiner von uns beiden. Ich wollte schon aufgeben, aber @thomasgemeperle wollte unbedingt fahren und versuchte deshalb, im Restaurant nebendran Geld zu wechseln. Er war allerdings nicht der Erste an dem Tag, da half auch all sein Charme nichts. Kein Geldwechseln.
Dann wollte er versuchen, ob sich nicht mit Karte zahlen läßt (funktioniert eigentlich sonst immer), aber keine Möglichkeit. Da entdeckte er dann, daß der Automat auch Euro nimmt. Die Rettung! Kleine Euro-Scheine hatten wir nämlich.
Und dann habe ich unglaublicherweise mein Wechselgeld von CHF 3,50 in 10- und 20-Rappen-Stücken bekommen…. Ich kam mir vor, wie an einem Geldspielautomaten 😀
Natürlich hat dann in der Bahn keiner kontrolliert, aber wehe, ich hätte keine Fahrkarte gehabt.
Ach ja: mein Kleingeld bin ich dann an einem Kiosk mit dem Kauf von Kaugummi wieder los geworden.

Schwarzwaldbahn Ade

23. März 2012

Ich reise mindestens jedes dritte Wochenende mit der Bahn von Konstanz nach Hannover und kenne die Strecke inzwischen in und auswendig.
Normalerweise fahre ich zwischen Konstanz und Baden-Baden (Hinweg) oder Karlsruhe bzw. Offenburg (Rückweg) mit der Schwarzwaldbahn. Ein gemütlicher doppelstöckiger Zug, der laufend zwischen Konstanz und Karlsruhe pendelt, sich dabei durch den Schwarzwald schlängelt und an jedem kleinen Bahnhof anhält. Die gesamte Fahrt dauert gute 3 Stunden.
Leider werde ich immer noch ein bißchen reisekrank und das Geschaukel bei der Kurverei durch den Schwarzwald macht mir manchmal zu schaffen. Aber geht grad noch.

Was mich mehr stört, ist das zum Teil sehr ungepflegte Personal in dieser Bahn. Vor allem die mobilen Caterer sehen so aus, als würden sie ihr Essen sonst aus dem Müll holen: ungekämmte fettige Haare, ausgebeulte Hosen, die wohl noch nie eine Reinigung gesehen haben, ungeputzte Schuhe und zum Teil recht herbe Körpergerüche.
Am schlimmsten finde ich aber den wortkargen Schaffner mit dem fürchterlichen Nagelpilz. Ich wollte erst ein Beispielsfoto davon posten, aber ich lasse es lieber. Das zu suchen, überlasse ich Euch selbst. Außerdem habe ich keins gefunden, bei dem es so schlimm aussieht, wie bei diesem Herrn. Alle Finger der linken Hand machen den Eindruck, als ob die Fingerspitzen gleich abfallen würden. Bei der anderen Hand ist es etwas besser, aber trotzdem. Ich bin mir nicht sicher, wie stark ansteckend das ist (übertragbar ist es jedenfalls), aber ich finde es absolut eklig und hätte meine Bahncard am liebsten sofort desinfiziert.

Deshalb werde ich ab sofort nach Möglichkeit mit der Gäubahn über Stuttgart fahren. Damit habe ich auf jeden Fall nicht so viele Kurven und das Netz ist auch deutlich besser. Außerdem fahren dort zum Teil Züge der Schweizer Bahn, die sind sowieso angenehmer: etwas mehr Platz, schaukeln nicht so, die Toiletten sind größer und die sehen vor allem nicht immer aus wie Sau. Und überall Steckdosen 😉
Der Nachteil an der Geschichte ist allerdings, daß ich zumindest nordwärts eine halbe Stunde länger unterwegs bin. Aber ob 7,5 oder 8 Stunden – darauf kommt es dann auch nicht mehr an. Kritischer wird dagegen sein, daß ich ein weiteres mal umsteigen muß. Und das könnte bei der bekannten Pünktlichkeit der ICEs ein Problem werden. Aber das lasse ich mal auf mich zukommen und werde es In zwei Wochen testen.

Blitzstart

8. März 2012

Diese Woche hatte ich zusammen mit einer Kollegin einen Besprechungstermin außerhalb. Wir hatten ausgemacht, daß ich erst mit dem Nahverkehrszug fahre und dann zu ihr in’s Auto umsteige.
Die Zeit war für mich etwas früh, also hab ich etwas knapper kalkuliert. Kein langes Frühstück, keine Twitterei, keine Gymnastik. Dafür noch Zeit für den Bäcker und für den Fahrkartenautomaten. Erfahrungsgemäß braucht man ja immer mindenstens einen Abbruch oder er nimmt das Geld nicht oder beides.
Also fast pünktlich in’s Bett und den Wecker auf 5:30 Uhr gestellt. Oder besser: hätte stellen sollen. Als ich nämlich am nächsten Morgen mal die Augen aufgemacht hab, war es schon 6:25 Uhr. Also Blitzstart!!
Dann habe ich beim Duschen Shampoo in’s Auge bekommen, was mir so etwa seit meinem 5. Lebensjahr nicht mehr passiert ist. Die Seife fiel runter und wollte sich erst nicht wieder einfangen lassen, beim Wimpern tuschen hab ich erst mal das Bürstchen in’s Auge gepiekt. Trotzdem alles so weit noch im Lot, daß ich die 7:10 Uhr zum Starten schaffen würde. Dann fiel mir allerdings ein: um diese Uhrzeit fährt der Seehas 8 Minuten früher, als den Rest des Tages. Panik!
Aber ich habe es tatsächlich geschafft, sogar schon 6:55 Uhr zum Bahnhof zu sausen. Die Fahrkarte hab ich bereits im zweiten Anlauf aus dem Automaten bekommen und saß am Ende 10 Minuten zu früh im Zug. Zwar nur halb geschminkt, aber was soll’s. Geht doch!
Warum ich heute morgen wieder zweieinhalb Stunden gebraucht habe, weiß ich auch nicht.

Anschluß?

3. November 2011

Wenn ich am Wochenende in Hannover bin, fahre ich jetzt immer sonntags um 13:41 Uhr mit dem ICE zurück. Zunächst bis Karlsruhe, dort fahrplanmäßig eine knappe Stunde Aufenthalt, mit der ich wenigstens was anfangen kann. Dann geht es mit der Schwarzwald- bahn weiter nach Konstanz, Ankunft 21:16 Uhr.
Die letzten Fahrten hat das allerdings nie geklappt. Der ICE hatte aus den verschiedensten Gründen immer 20 – 40 Minuten Verspätung. Meinen Anschlußzug habe ich Dank der großen Lücke zwar immer bekommen, aber gemütlich noch Tee trinken und Kuchen essen war halt nicht.
Für nächsten Sonntag wird mir jetzt erstmalig ab Karlsruhe ein IC angeboten. Umsteigezeit 9 Minuten. Falls das klappen sollte, wäre ich eine gute Stunde früher zuhause, als bisher. Aber da besteht leider wenig Aussicht. Doch man soll die Hoffnung nie aufgeben!
Bedenklich ist auch, daß ich keine Reservierung bekommen habe. Falls der Zug zu voll ist, warte ich vielleicht sowieso lieber auf den nächsten. Oder steige an der nächsten Station wieder aus. Hab ich bei anderen Gelegenheiten auch schon gemacht, da bin ich flexibel.
Ich werde auf jeden Fall am Sonntag live berichten 😉

Update:
Der Anschluß hat natürlich nicht geklappt. In Hannover sind wir zwar pünktlich los, aber zwischen Hanau und Frankfurt ist der ICE eine Umleitung gefahren. Dadurch hatten wir am Ende 20 Minuten Verspätung. Wäre ja auch zu schön gewesen.

Schon wieder!

28. Oktober 2011

Gestern Abend war im Briefkasten Post. Ein DIN-A5-Umschlag von einer Behörde. Erfreulich, daß so schnell die erste Antwort kam, aber ich weiß jetzt schon, daß es noch eine Menge Arbeit und Ärger nach sich ziehen wird. Deshalb hatte ich beschlossen, den Umschlag nicht mehr zu öffnen und heute morgen mit ins Büro zu nehmen. Die Unterlagen dazu habe ich sowieso dort und nicht zuhause.
Heute morgen war ich wie immer spät dran, hab mir im Rauslaufen noch schnell den Umschlag geschnappt und in der Hand behalten, statt wie sonst in die Umhängetasche zu tun. Unten steckte die Tageszeitung in der Tür, die ich eigentlich immer dort lasse und erst abends lese. Heute habe ich sie mitgenommen, auch nur in der Hand. Dann bin ich zum Bahnhof geflitzt, hab mich gegenüber von zwei Leuten gesetzt und meinen Papierkram neben mich gelegt, Umschlag unten, Zeitung obendrauf. Meinen Kopfhörer eingestöpselt, Musik gehört und mich über die zwei gegenüber amüsiert: eine etwa 65-jährige Frau mit ihrem etwa 35-jährigen Sohn, beide mit der gleichen Sorte bunt bestickter Umhängetasche und den gleichen Turnschuhe.
Nach 6 Minuten war meine Fahrt vorbei. Ich stehe auf, suche meinen Schlüssel aus der Tasche und steige aus. Im Büro fällt mir ein, daß ich ja heute eine Zeitung dabei habe….hätte haben sollen….mir fällt ein, daß ich ohne etwas in der Hand aus dem Zug gestiegen bin. Mein Umschlag??? Kurze Panik…aber da ist nichts zu machen. Warum hab ich ihn nicht noch schnell in die Tasche getan? Ich weiß doch, wie ich bin. Immer nicht ganz da, mit den Gedanken woanders…ich hätte fast gegen den Tisch getreten vor Wut auf mich selber. Aber nützt ja nichts.
Und jetzt? Über Twitter kam von @sauerstoff gleich der Hinweis auf eine Hotline und ein Link zur DB. Aber der Zug gehört zur SBB, also der Schweizer Bahn. Deshalb müßte ich vermutlich dort nachfragen. Aber nur wegen meiner Post schicken die sicher nicht gleich jemanden los. Wenigstens fährt der Zug nur zwischen Konstanz und Engen. Ich hoffe daher einfach mal, daß mein Umschlag bis heute Abend von alleine seinen Weg bis Konstanz findet und ich ihn heute Abend dort bei der Fundstelle des Bahnhofs abholen kann. Wo das ist, weiß ich sogar 😉
Sonst muß ich mich wohl am Montag telefonisch durch das Rathaus Hannover fragen, wer mir denn Post geschickt hat…

Update:
Heute Mittag war ich am Bahnhof, in der Hoffnung, daß mein Umschlag seinen Weg nach Konstanz zurückgefunden hätte. Leider nein. Am Schalter der SBB sagte man mir, daß die Sachen erst einmal 6 Wochen an dem Bahnhof bleiben, wo sie abgegeben werden. Ich sah mich im Geiste schon alle Bahnhöfe abtelefonieren und bin erst mal zum Einkaufen gegangen.
Aber als ich nach Hause kam und den Briefkasten öffnete: mein Umschlag! 🙂 🙂
Jemand hatte drauf geschrieben: „wurde falsch zugestellt“ und ihn wieder eingeworfen. Danke!!