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Empire Avenue – kritische Anmerkungen

4. Juni 2011

Die Anwendung Empire Avenue hatte ich vor einiger Zeit schon mal kurz angesehen, nicht gleich verstanden worum es geht und als nebensächlich verworfen. Vor drei Tagen ist einer meiner Twitter-Freunde dort stark aktiv geworden und hat viel dazu gepostet und um Unterstützung gebeten. Ich habe dann mehr oder weniger blind auch mal einen Account angelegt und mich umgesehen:
Bei Empire Avenue handelt es sich um eine Art Börsenspiel, bei dem – tja, was eigentlich – ich würde sagen der Social-Media-Wert einer Person gehandelt wird. Der ermittelt sich offensichtlich aus der Anzahl seiner Profile, seiner Kontakte….wie auch immer. Man kann Anteile (max. 200) an einem Teilnehmer kaufen und wieder verkaufen. Das Spiel selber bietet umfangreiche Informationen zu Kursentwicklungen, wer von wem Anteil hält, es gibt Hitlisten über die besten Verdiener etc. Alles in allem sehr aufwendig gemacht und bis auf eine paar Kleinigkeiten trotz der vielen Features recht übersichtlich.
Sinn des Spiels ist natürlich, so viel Geld wie möglich zu verdienen. Durch Kursgewinne, Dividenden, aber auch durch das Verknüpfen mit anderen Accounts wie z.B. Twitter, Facebook oder Flickr. Dazu kommen weitere Geldzuflüsse durch die Anzahl der Follower bei Twitter, durch die Abos von meinen RSS-Feeds etc. Der Möglichkeiten Geld zu machen gibt es viele.
Was mich zuerst gestört hat: man kann Spielgeld und Luxusartikel durch echtes Geld erwerben. Damit ist das ganze keine Spiel mehr, die Ergebnisse lassen sich kaufen.
Dann mißfiel mir, daß sich weitere Punkte durch die Einladung von Freunden machen lassen….über Gmail, Yahoo, das Mac-Adressbuch. Sammeln die hier Adressen? Auch die Verlinkung meines Kontos mit allen anderen Profilen, die ich so im Netz habe….auf Punktejagd gibt man da ohne nachzudenken alles preis.

Ich unterstelle den Machern von Empire Avenue nicht unbedingt böse Absichten, aber ich habe ein ungutes Gefühl dabei. Ich bin froh, daß ich wegen meiner ‚gespaltenen Persönlichkeit‘ im Netz nur meinen Twitter-Account verknüpft habe. Und dabei bleibt es auch. Ich spiele weiter mit, aber Einladungen werde ich nicht verschicken und so private Mail-Adressen von Freunden übermitteln.

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