Archive for the ‘Ernährung’ Category

Das Ende der Beutel. Hoffentlich

22. März 2014

Seit dem 09. Dezember (mit 41kg) wurde ich praktisch durchgehend zusätzlich künstlich ernährt. Ich hab zeitweise bis zu 2000kcal pro Tag über die Vene bekommen, ansonsten wäre ich vermutlich schon verhungert. Trotzdem hab ich bei meiner Entlassung aus dem Krankenhaus vor gut vier Wochen nur knapp 43kg gewogen. Weil ich seitdem endlich wieder essen kann, hab ich zusammen mit zusätzlichen 1000kcal pro Tag in drei Wochen tatsächlich 10kg zugenommen. Allerdings muss ich zugeben, dass davon wohl mindestens 2kg Wassereinlagerungen sind, wenn nicht eher 3kg. Aber ich wollte nicht mehr weiter so rasant zunehmen, sondern langsam abfedern. Mir wurde gesagt, dass es ohnehin nicht gut sei, abrupt mit der künstlichen Nahrung aufzuhören, sondern sich auszuschleichen. Deshalb hab ich zuletzt nur noch jede zweite Nacht einen Beutel bekommen.
Blöderweise habe ich seitdem nicht mehr zugenommen. Trotz durchschnittlich 500 Extra-Kalorien pro Tag und obwohl ich die ganze Zeit futter wann ich will und was ich will. Aber ich möchte endlich wieder von der Leine und das aus mehreren Gründen:
Ich fühle mich erstaunlich unselbständig – und auch irgendwie krank – weil ich mich nicht alleine ernähren kann. Diese Abhängigkeit irritiert mich einfach. Das wird noch dadurch verstärkt, dass ein- oder zweimal täglich ein fremder Mensch bei mir in der Wohnung ist, um mich an- oder abzuhängen. Und lästig ist es natürlich auch. Die Nahrung läuft 13 Stunden und ich schleppe in der Zeit einen Rucksack mit mir herum und muss aufpassen, nicht auf die Leitung zu treten oder damit irgendwo hängen zu bleiben (was mir ja bekanntermaßen nicht immer gelungen ist 😉 ) Und nicht zuletzt liegt die Portnadel die ganze Zeit und ich kann mir deshalb keine Tasche über die rechte Schulter hängen oder mit dem Rucksack zum Einkaufen. Ich hoffe mal, dass der Port alleine nicht stört, zumal mir der nette Chef-Chirurg einen kleineren Port eingesetzt hat, als den anderen 🙂
Jetzt läuft also der hoffentlich letzte Beutel. Meine Vorräte an Sahne und Sauerrahm habe ich heute sicherheitshalber schon mal aufgestockt 🙂

Endlich zuhause

13. März 2014

Seit drei Wochen bin ich jetzt zuhause und so langsam wird es.

Die ersten zwei Tage ging fast gar nichts. Ich war noch so fertig, dass ich es mal grad aus dem Bett auf’s Sofa geschafft hab und schon Katzenwäsche war mir zuviel. Dann musste ich auch schon wieder in’s Krankenhaus, um mir endlich den Port legen zu lassen. Musste zwar trotz frühem Termin warten, aber das Implantieren hat reibungslos geklappt und die örtliche Betäubung war auch einwandfrei. Allerdings hatte ich nicht damit gerechnet, dass sie mich gleich wieder an Wasser und Nahrung hängen und ich den Rest des Tages dort verbringen sollte. Darauf hatte ich ja nun gar keine Lust. Über zwei Monate Krankenhaus waren einfach genug. Ich hab mir dann nur eine kleine Flasche Nahrung anhängen lassen und mich nachmittags fluchtartig wieder von dannen gemacht 🙂

Mit meiner Ernährung hatte es ja schon seit Oktober überhaupt nicht richtig geklappt. Mir war immer übel und ich konnte kaum etwas essen. Ich dachte immer, das liegt an der Chemo, aber auch nach 3 Monaten Unterbrechung (wegen der OPs) ging es immer noch nicht viel besser. Als ich aus dem Krankenhaus entlassen wurde, war ich wieder bei 42kg angekommen. Das ist natürlich viel zu wenig, vor allem, wenn die Chemo weiter geht.
Deshalb sieht es im Moment so aus, dass abends jemand vom Pflegedienst kommt und mir an den Port einen Liter mit Flüssignahrung über 1000kcal anhängt. Das läuft dann 13 Stunden und morgens hängt mich jemand wieder ab. Damit habe ich eine Mindestversorgung, auch wenn ich mal nicht essen kann. Der Beutel kommt zusammen mit der Akku-Pumpe in einen Rucksack und ich kann problemlos damit in der Wohnung herumlaufen und nachts auf Toilette gehen (muss ich auch, wenn die ganze Zeit Flüssigkeit nachläuft ;-))
Interessanterweise hörte meine Übelkeit einen Tag vor der Entlassung aus dem Krankenhaus auf und ich kann seitdem wieder problemlos essen. Natürlich keine Riesenberge, aber auf jeden Fall genug, um über die Runden zu kommen. Deshalb klappt es mit dem gewünschten Zunehmen auch wunderbar und seit vorgestern bekomme ich nur noch jede zweite Nacht einen Beutel. Das ist mir sehr recht. Denn auch wenn es mir sehr hilft, lästig ist es natürlich schon auch. Und vor allem nachts neige ich dazu, im Halbschlaf auf den Schlauch zu tappen. Das ist irgendwie unschön.

Mein Mittagessen lasse ich mir von den Maltesern bringen. Aber das werde ich wohl bald wieder abbestellen, denn inzwischen bin ich fit genug, mich wieder selber darum zu kümmern. Und einige Gerichte sind auch eher zum Wegwerfen als zum Essen 😉
Meine Einkäufe erledigt immer noch hauptsächlich @liefern für mich, aber Kleinigkeiten hole ich inzwischen schon selbst. Groß schleppen ist noch nicht und ich kann auch meinen Rucksack nicht nehmen, weil die Portnadel im Weg ist. Und lange an der Kasse stehen geht auch noch nicht. Aber das wird noch.

Ansonsten plagen mich Nebenwirkungen der Chemo und/oder des Studienmedikaments: beide Füße sind taub und im linken habe ich öfter Schmerzen. Ich gehe deshalb etwas unsicher und passe immer höllisch auf. Umknicken oder die Treppe runterdengeln würde mir jetzt gerade noch fehlen. Und seit der letzten Infusion habe ich Wasser im Bauch, an den Hüften und in den Beinen, vor allem im rechten. Ich komme derzeit in keinen Schuh, sondern nur noch in meine UggBoots. Auch ein Teil meiner Jogginghosen klemmt. Nehme deshalb jetzt zu den übrigen Medikamenten noch Entwässerungstabletten. Nützt aber bisher nix.

Medikamente ist auch so ein Thema: ich hab Tabletten für vor dem Essen und für nach dem Essen. Zwei Sorten müssen in den Kühlschrank, ein Pulver muss aufgelöst und darf nur im Abstand von zwei Stunden zu allen anderen genommen werden. Da ist der ganze Tag irgendwie verplant.

Aber sonst läuft es und ich habe sogar schon einmal den Staubsauger bewegt. Immerhin 😉

Ungeplante Auszeit

3. November 2013

Warum die Twitter-Pause? Weil es mich ziemlich gewickelt hat:

Im September hatte ich gesundheitliche Probleme. Mein Bauch wurde dicker und ich konnte nicht mehr richtig essen. Was mit Magen/Darm dachte ich. Mein Hausarzt auch und schickte mich zur Darmspielung. Der Gastroenterologe machte erst einmal eine Ultraschalluntersuchung, stellte Bauchwasser fest und schickte mich in die Frauenklinik. Dort stellte man nach einigen Untersuchung bei mir einen bösartigen Tumor am Eierstock fest. Das Bauchwasser wurde verursacht durch Metastasen, die das Bauchfell reizen. Bei dem Wort „Metastasen“ wurde mir erst einmal ganz anders. Vor allem nach ich mir ergoogelt hatte, dass Patienten mit Bauchwasser aufgrund von Metastasen meistens nur noch ein paar Monate zu leben haben. Ich habe mir noch nie im Leben so gewünscht, etwas nicht gelesen zu haben!!!
Inzwischen weiß ich aber, dass das noch kein Todesurteil ist, solange sie auf den Bauchraum beschränkt bleiben. Das scheint bei mir der Fall zu sein.

Normalerweise wird in solchen Fällen zuerst operiert und danach folgen sechs Chemo-Behandlungen. Ich habe mich jedoch enschieden, an einer Studie teilzunehmen. In dem Fall gibt man zuerst dreimal Chemo, um den Tumor schon einmal zum Schrumpfen zu bringen und die Metastasen zu bekämpfen. Dann wird die OP gemacht und noch dreimal Chemo. Zusätzlich gibt es wöchentlich das Studienmedikament, das die Blutzufuhr zu den Tumorzellen stören soll.
Vorweg wird in solchen Fällen noch eine Bauchspieglung gemacht, um den Befund zu sichern und Proben zu nehmen. Damit fingen dann die Probleme an.
In der Zwischenzeit hatte ich soviel Bauchwasser, dass ich aussah wie im sieben Monat. Ich konnte mich fast nicht mehr rühren und hatte Magenschmerzen. Obwohl ich kaum noch was gegessen hatte, zeigte die Waage inzwischen mehr an. Während der Spiegelung wurde mir zwei Liter Bauchwasser von geschätzten fünf abgelassen. Dank Drainage ging später noch mehr weg. Gottseidank. Allerdings kam danach mein Darm nicht merh in die Gänge. Sie haben alles versucht, aber ich hatte nur noch Schmerzen, wurde immmer aufgeblähter und stand kurz vor einem kompletten Verschluss. Am Ende ging es nicht mehr, ich wurde operiert und habe einen künstliche Darmausgang bekommen. Nur vorübergehend sagen sie. Das klappt hoffentlich auch. Vorübergehend kann ich gut damit leben. Ist bloß ziemlich lästig, aber sonst geht es. Weil es ein Dünndarmausgang ist, riecht wenigstens nichts. Der Beutel hängt neben dem Bauchnabel und lässt sich im Moment ganz gut unter der Klamotten verstecken. Die sind nämlich derzeit arg zu weit.

Ich hatte im Krankenhaus die ganze Zeit erzählt, dass sie sich nicht täuschen lassen sollen. Trotz Gewichtszunahme hab ich unter dem Strich abgenommen. Aber so ganz ernst hat das keiner genommen. Durch das Ablassen des Bauchwassers hatte sich nämlich eine Eiweißverschiebung ergeben, die zu Ödemen geführt hat. Und die spätere OP hat leider zu weiteren Ödemen geführt. Am Ende sah ich aus wie ein riesiges Osterei und hab 62 kg gewogen. Als das Wasser im Körper dann endlich anfing sich wieder zu verziehen, habe ich innerhalb von einer Woche 18(!)kg verloren. Mit 44 kg bin ich bei 1,64 m jetzt natürlich viel zu dünn und hab 10 kg weniger, als normal. Sehe aus, wie kurz vor dem Verhungern. Allerdings gehen meine Jeans jetzt als Boyfriend-Jeans durch. Schon wieder Geld gespart 😉

Und jetzt soll ich essen, hab aber eigentlich nie Hunger. Unglaublich, wie man sich quälen muss, um etwas zu essen, wenn man eigentlich gar nicht mag. Ich bekomme außerdem hochkalorische Milchshakes. Aber bisher klappt das mit dem Zunehmen noch nicht so recht. Ich möchte aber eine künstliche Ernährung vermeiden und zwinge mir deshalb laufend die zuckrigen und fettigen Sachen rein. Aber solche Lieblingssachen wir Leberwurst, Teewurst, Salami, Räucherfisch, Lachs und Hering soll man wieder nicht mir künstlichem Darmausgang. Und ich hab meinen Räucherlachs letzte Nacht mit fiesen Schmerzen büßen müssen. Aber morgen probiere ich trotzdem Sahnehering. So!

Die erste Chemo hab ich übrigens sehr gut vertragen. Nur meine Frisur sieht inzwischen mehr nach Gollum aus als nach Frodo. Aber was soll’s, wozu gibt es Tücher. Wächst ja irgendwann wieder. Am Dienstag habe ich die nächste Chemo. Die wurde um eine Woche verschoben, weil ich nach der OP Fieber bekommen hatte (Ihr seht, ich hab nix ausgelassen). Drückt mir die Daumen, dass es wieder gut läuft und sich die Nebenwirkungen in Grenzen halten.

Im Moment habe ich Ausgang vom Krankenhaus. Gestern war ich schon mal ein paar Stunden auf Probe hier. Heute übernachte ich in meiner Wohnung und rücke erst wieder am Montagabend ein. Bis dahin genieße ich es, dass ich endlich wieder richtig heißen Tee habe statt nur lauwarmer Brühe. Und ich schmuse wie ein Weltmeister mit meinen Katzen. Die Zwei haben mich einen guten Monat nicht gesehen und waren ganz aus dem Häuschen 🙂 🙂

Was mich in der Zeit vor und im Krankenhaus wirklich berührt hat: ich habe unheimlich viele ernst gemeinte Hilfsangebote bekommen. Dazu viele, viele Besuche, Geschenke, Grüße und Wünsche. Auch von einer ganzen Reihe Menschen, die ich hauptsächlich über Twitter kenne. Das soziale Netzwerk hat in meinem Fall tatsächlich funktioniert 🙂
Und auch in meinem direktem Umfeld durfte ich erleben, dass ich mehr gute Freunde habe, als ich dachte. Anderen geht geht es ja oft genau anders herum, aber ich hatte Glück: ich habe Freunde, die die Termine für meine pflegebedürftige Schwester machen (das lag mir anfangs am schwersten im Magen), andere kaufen für mich ein, putzen oder begleiten mich zu Terminen oder auf dem Weg nach Hause. Und ich bin sehr froh, dass es mehrere Schultern gibt, auf die sich das verteilt. Danke an alle!

Leider kann ich Euch auf Twitter in den nächsten Monaten nicht mit Geschichten aus dem Büro unterhalten. Aber im Krankenhaus gab es auch ein paar lustige Erlebnisse, die ich Euch zumindest hier im Blog nicht vorenthalten werde 🙂

Kaffee führt zu noch mehr Kaffee

26. Mai 2013

Kaffee? Mag ich nicht. Ich bin in einem Teetrinker-Haushalt groß geworden. Möglichst weiches Wasser, eine gute Ostfriesen-Mischung, Kandis und Kekse dazu und zum Abendessen Früchte- oder Kamillentee. Kaffee? Mein Vater hat mittags einen schnellen Löslichen getrunken, bevor er wieder zur Arbeit musste. Aber das war es auch schon.
Als ich anfing, im Büro zu arbeiten, gab es dort nur Kaffee. Ganz selbstverständlich zu jeder Frühstückspause. Und zwischendurch. In jedem Büro stand mindestens eine Kaffeemaschine. Also hab ich auch damit angefangen. Zuerst fand ich ihn ungenießbar, dann stellte ich aber fest, dass er mit viel Milch und Zucker einigermaßen runter zu bekommen ist. Aber wirklich mögen? Bis heute nicht.
Und die Zeiten haben sich geändert. Auch in den Büros. Kein Rauchen am Arbeitsplatz und die Teetrinker sind auf dem Vormarsch. Hängt wohl mit dem gestiegenen Gesundheitsbewusstsein zusammen (wie weit es damit tatsächlich her ist, sei an dieser Stelle mal dahingestellt). Und so hab ich irgendwann einmal völlig mit Kaffee aufgehört. Aufhören können, denn inzwischen kriegt man auf Nachfrage tatsächlich auch einen genießbaren Tee. Nur noch selten bekomme ich ein „Oh, da muss ich mal die Kollegen fragen“ zu hören, worauf dann 10 Minuten später jemand triumphierend mit einem einzelnen etwas verknickten Teebeutel undefinierbarer Herkunft auftaucht.

Heute Mittag bin ich etwas verfroren in Hannover in den ICE gestiegen. Normalerweise bestelle ich mir dann einen Tee, bevorzugt Grüntee mit Zitrone. Dann kam aber gerade eine Zugbegleiterin mit einem Tablett Kaffee und Cappuccino vorbei. Und ich dachte: was soll’s, ist auch heiß und müde war ich auch schon wieder (dabei hilft Kaffee bei mir überhaupt nicht gegen Müdigkeit, aber irgendwie ist das bei mir trotzdem drin). Und Cappuccino schmeckt nicht ganz so furchtbar, also hab ich einen genommen. Mit zwei Zucker. Ging so, aber ging.
In Frankfurt hat mich mein Sitznachbar über dem Gang gebeten, auf seinen Platz aufzupassen. Der ICE hat dort immer 5 Minuten Aufenthalt und ich dachte, er geht schnell eine rauchen. Stattdessen tauchte er mit zwei Bechern Kaffee wieder auf, die er draußen geholt hatte. Er erzählte mir, dass er eigentlich nur einen Kaffe und ein Stück Kuchen bei seinem bevorzugten Stand habe holen wollen. Aber da sei eine lange Schlange gewesen, also habe er schnell woanders einen geholt. Und wo er doch nun eine Hand frei gehabt hätte…. Tja. Da saß ich nun mit meinem Becher Kaffee, den ich so gar nicht wollte. Ablehnen? unmöglich. Aber er hatte genügend Zucker mitgebracht und wir haben dazu meine Milka-Kekse geteilt. Trotzdem hätte ich viel lieber Tee gehabt. Dafür hatten wir eine lange und nette Unterhaltung, das war den Kaffee wert.
Und falls er gefragt hätte, ich hätte ihm sogar meine Nummer gegeben. Bei einem Becher Tee hätte ich sie ihm vielleicht von selbst gegeben 😉

Alkoholfreies Bier probiert

24. Februar 2013

20130224-230607.jpg

Früher hab ich gerne mal Sekt getrunken, später Prosecco, inzwischen aber auch Geschmack an Bier gefunden. Vor ein paar Tagen bin ich auf die Idee gekommen, es mal mit alkoholfreiem Bier zu versuchen und habe eine Testreihe gestartet. Damit war ich relativ schnell fertig, weil ich von 8 Sorten 5 weg gekippt hab. Am schauerlichsten schmeckte das Tannenzäpfle, für meinen Geschmack ungenießbar. Am besten finde ich das Warsteiner. Zwar etwas dünn (wie alle), aber keine unangenehmen Aromen.

Tannenzäpfle: schmeckt nach Seife und ist bitter
Clausthaler extra herb: seifig und etwas bitter
Clausthaler classic: seifig
Beck’s Blue: schmeckt nach Gummi und Tabak
Jever Fun: kein Geschmack, bloß bitter
Neumarkter Lammsbräu: malzig, süßlich
Bitburger: schmeckt leicht nach Hefe, nicht zu bitter
Warsteiner: schmeckt nach Bier

Lasagne mit was?

15. Februar 2013

Die Meldung über Pferdefleisch in Tiefkühl-Lasagne hat mich nicht sonderlich schockiert. Zum einen, weil ich mir so etwas noch nie geholt habe und zum anderen, weil Pferdefleisch genauso hochwertig, wenn nicht sogar noch besser ist, als Rindfleisch. Allerdings war natürlich nicht klar, was für Medikamente die Pferde vielleicht bekommen hatten. Aber mal ehrlich: hätte der Verbraucher das bei den Rindern gewusst?

Das Problem liegt in meinen Augen nicht darin, dass hier Pferdefleisch verwendet wurde. Das Problem liegt darin, dass der deutsche Konsument bei Fleisch fast nur auf eines achtet: auf den Preis. Es scheint hierzulande nach wie vor nicht wirklich zu interessieren, wie die Schlachttiere gehalten werden, solange nur das Fleisch im Supermarkt billig ist.
Hier setzt der selbe Mechanismus ein, wie bei billigen Klamotten. Jedem ist klar, dass ein T-Shirt für 2 € in Billiglohnländern von Kindern genäht wurde. Und Kinderarbeit, noch dazu völlig unterbezahlt und in gesundheitsschädlicher Umgebung, findet jeder ganz furchtbar. Und trotzdem steht der brave deutsche Kunde am nächsten Tag wieder bei KIK und kauft ein.
Und genauso sieht es mit dem Fleisch aus. Immer wieder gehen furchtbare Fotos und Filme von tierquälerischer Haltung durch die Medien. Fast jeder ist betroffen und findet die Zustände unhaltbar. Trotzdem ist Deutschland bei der Umsetzung des europäischen Tierschutzes im Hintertreffen. Nach wie vor werden z.B. Ferkel ohne Betäubung kastriert und ihnen die Schwänze abgeschnitten. Bis zu 10% der Tiere sind nicht richtig betäubt, bevor sie ins heiße Wasser zum Brühen geworfen worden, damit Borsten und Haut sich leichter lösen.
Wir kritisieren in Deutschland gerne die Spanier wegen des Stierkampfes und den Umgang mit ihren Windhunden. Wir finden es furchtbar, dass in Asien Hunde und Katzen stranguliert und gegessen werden. Aber wir gehen mit unseren Schlachttieren auch nicht besser um. Und warum? Weil auf diese Weise das Fleisch billig bleibt. Alles andere wird einfach ausgeblendet.

Deshalb habe ich kein Mitleid mit denen, die eine Pferde-Lasagne erwischt haben. Wäre kein Pferdefleisch drin gewesen, wäre es eben welches von einem gequälten oder kranken Rind gewesen. Und wie jetzt grad gerne empfohlen wird, die Lasagne doch selber zu machen, das nützt auch nichts, wenn man dafür wieder irgendwo das billigste Hackfleisch aus dem Angebot kauft.

Mensch und Tier hilft hier nur eins: bewusst einkaufen und deutlich mehr Geld für die eigene Ernährung ausgeben.

Meine (Geschmacks)Nerven!

30. Oktober 2012

Im Büro esse ich gerne am späten Nachmittag noch eine Kleinigkeit. Mein derzeitiger Favorit ist Naturjoghurt mit ein paar Haferflocken und Cranberries. Gestern Mittag im Supermarkt hatte ich mal geguckt, mit was ich meinen Joghurt denn sonst noch so aufpeppen könnte. Da fielen mir Pinienkerne ins Auge, die sich dann tatsächlich als ausgesprochen lecker herausgestellt haben.
Weil ich immer gerne weiß, was ich da so esse und auch nicht ganz ungebildet bleiben möchte, hab ich dann später nach Pinienkernen gegoogelt. Der Wikipedia-Eintrag hat mir dann verraten, dass europäische Pinienkerne teuer sind und deshalb oft die billigeren Samen der Korea-Kiefer zum Einsatz kommen. Sie seien gut zu erkennen an der eher dreieckigen Form und der dunklen Spitze. Und sie können nach 1-3 Tagen schwere und wochenlang anhaltende Geschmacksstörungen verursachen.
Erst hab ich das nur zur Kenntnis genommen. Schließlich hatte ich für das 50g-Tütchen 2 € bezahlt. Vorhin hatte ich die Tüte in der Hand: dunkle Spitzen. Ich neige ja eigentlich nicht zur Hypochondrie, aber….
Noch zwei Tage, dann weiß ich es *bibber*