Archive for the ‘Persönliches’ Category

Die große Furcht

22. April 2016

Mein erster Kater Frodo wurde eingeschläfert wegen FIP. Mein zweiter Kater Charly wegen eines Nierentumors. Der dritte Kater Sammy erst vor 16 Monaten wegen eines Hirntumors. Und morgen werde ich Kasimir einschläfern lassen wegen eines Knochentumors. Ich mag nicht mehr. Keine meiner Katzen ist natürlich gestorben. Sammy und Kasimir haben zumindest ein gutes Alter erreicht. Und trotzdem. Es ist schwer. Am allerschlimmsten ist der Moment, in dem die Todesspritze gegeben wird. Du weißt, es ist richtig. Aber es ist unumkehrbar und endgültig und du hast das Gefühl, den allerschlimmsten Fehler deines Lebens zu begehen.Ich fürchte mich vor morgen.

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Schon wieder Cortison

22. August 2015

Meine ganz schlimme Müdigkeit hat sich Gottseidank nicht wieder eingestellt. Nur eine leichte Müdigkeit, die sich aber mit ein paar Koffeintabletten einigermaßen behandeln ließ.
Dafür hat sich eine neue Nebenwirkung eingestellt: Das so genannte Hand-Fuß-Syndrom. Dabei gelangt mit dem Schweiß etwas von der Chemo auf die Haut und zersetzt an Händen und Füßen die Haut. Am Anfang war es noch nicht so schlimm und nur die dickeren Hautschichten haben sich abgepellt. Das sah zwar ganz furchtbar aus, tat aber kaum weh. Ich habe eine gute Feuchtigkeitscreme bekommen und dachte zunächst, damit lässt sich der Vorgang aufhalten. Aber falsch gedacht. Als nächstes wurde es zwischen den Fingern total rot und dann haben sich sogar richtige Blasen gebildet. Und das war dann richtig unangenehm und tat auch richtig weh. Deshalb habe ich jetzt eine Cortisonsalbe bekommen, die auch sofort geholfen hat. Außerdem muss ich jetzt für sechs Tage starke Cortisontabletten nehmen. Da fürchte ich ja schon die Nebenwirkungen. Nach der ersten war heute Morgen mein Gesicht feuerrot und die Augen etwas verquollen. Das hat sich inzwischen allerdings einigermaßen gegeben. Außerdem bin ich heute nach der zweiten Tablette ziemlich aufgedreht. Bin gespannt, ob ich heute Nacht schlafen kann. Und ich glaube, die Appetitsteigerung hat auch schon angefangen.

Außerdem wird die nächste Chemo um eine Woche verschoben. Das gefällt mir zwar überhaupt nicht, aber ansonsten laufe ich Gefahr, dass ich bald nur noch rohes Fleisch an den Händen habe und sie unter Umständen monatelang nicht benutzen kann, wie es einer anderen Patientin passiert ist. Dazu soll die Dosis auch etwas reduziert werden. Der Arzt hält es für vertretbar, weil der Tumormarker ja Gottseidank drastisch gesunken ist und die Chemo offenbar sehr gut anschlägt.

Aber wieder typisch, dass ich zu den 20 % gehöre, bei denen diese Nebenwirkung auftritt. Der Arzt hat sie schon gar nicht mehr gewundert.

Nebenwirkungen

8. Juli 2015

Chemo und andere Medikamente haben Nebenwirkungen, zum Teil recht heftige.Ich bekomme wieder zwei Zyostatika, davon diesmal ein anderes als vorher. Von dem fallen mir nicht die Haare aus und es verursacht keine Nervenschäden. Meine Füße sind von der letzten Chemo nämlich immer noch teilweise taub und ich hoffe, das wird irgendwann noch. Immerhin ist die letzte Chemo von ersten Durchgang schon über ein Jahr her.

Was neben zeitweise Übelkeit jetzt aufgetreten ist, ist dafür eine unwahrscheinliche, lähmende Müdigkeit. Vor allem die ersten Tage nach der Chemo habe ich fast nur geschlafen. Auch tagsüber bin ich ein, zwei Stunden tief eingeschlafen und war vielleicht mal eine Stunde wach, bevor ich wieder eingeschlafen bin. Es war so, als stünde ich ständig unter Schlafmittel. Nach fünf Tagen wurde es deutlich besser, aber ich war immer noch müde, müde, müde. Dazu kam mit der Zeit natürlich eine körperliche Schwäche. Ich hab es kaum noch aus dem Haus geschafft und war schon nach 20 Metern völlig erschöpft. 

Gegen die Müdigkeit habe ich inzwischen ein Medikament bekommen. Es hat ein paar Tage gedauert, aber dann wurde es besser. Und ich war heilfroh. Es ist einfach kein Leben, wenn man nur noch müde ist, zu nichts mehr Lust hat und nicht mehr aus dem Haus kann. Sogar das Duschen war mir schon zuviel, das kann sich kein Außenstehender vorstellen. 

Aber alles hat seinen Preis. Das Medikament enthält nämlich Cortison und wird unter anderem zur Appetitsteigerung eingesetzt. Erst habe ich nichts gemerkt, aber irgendwann ging es dann los: ich hatte ständig Hunger und war nur noch am essen. Anfangs hat sich das nicht ausgewirkt, aber dann hab ich schlagartig zugenommen. Und zwar nur am Bauch. Auf einmal schiebe ich eine kleine Kugel vor mir her und ich hasse es. Ich fühle mich fett und aufgequollen. Andererseits schadet natürlich etwas mehr Gewicht während der Chemo sicher nicht. Nach der dritten war mir zwar Gottseidank nicht tagelang übel, aber wer weiß, wie es bei der nächsten wieder aussieht. Da kann ich eine Speckreserve vielleicht wieder gut gebrauchen.

Jetzt fängt allerdings mein Gesicht an aufzuquellen. Die Augen sind verschwiemelt, die Backen werden dick und der Mund klein. Ich bin mir selber fremd, wenn ich in den Spiegel sehe. Und das gefällt mir überhaupt nicht. Deshalb habe ich vor ein paar Tagen das Medikament abgesetzt und hoffe, dass die Nebenwirkungen bald wieder aufhören und die Müdigkeit nicht wieder kommt. Es ist echt ätzend.

Zwischenstand

25. Juni 2015

So langsam könnte ich ja mal wieder was bloggen….das denke ich schon eine ganze Weile. Aber bei mir passierte irgendwie nichts. Das sieht man auch den relativ wenigen Tweets an. Vorbei die Zeit der Erlebnisse. Ich war lange krank zu Hause, hab viel geschlafen und mich irgendwie beschäftigt. Wöchentlich zum Arzt zur Infusion, zweimal zur Lymphdrainage, kurz was einkaufen. Das war es schon. Um über ein anderes Thema zu schreiben, war ich einfach zu müde und zu träge.

Dann ist doch endlich was passiert: ich hab angefangen zu planen, langsam wieder ins Arbeitsleben einzusteigen. Zunächst nur mit zwei Stunden am Tag, vier Tage die Woche. Das hab ich mir zugetraut. Und ich hab mich gefreut, dass wieder etwas Normalität in mein Leben kommt.
Und genau zu der Zeit fing der Tumormarker in meinem Blut wieder an zu steigen. Schwankungen sind zwar durchaus nicht ungewöhnlich, aber… Schnell hab ich mich mit meinem Onkologen darauf verständigt, ein PET/CT machen zu lassen. Das Besondere dabei ist, dass man eine radioaktive Zuckerlösung gespritzt bekommt. Tumorzellen stürzen sich auf Zucker und verraten sich durch ein Leuchten.

Genau zwei Stunden vor meinem Arbeitsbeginn nach anderthalb Jahren dann die Nachricht: der Krebs ist wieder da. Auf der Leber, dem gesamten Darm und noch zwei Stellen im Bauchraum. Ich wusste gar nicht, wie ich meinen Arbeitskollegen entgegentreten sollte. Gleich sagen, dass alles nur Makulatur ist und ich eigentlich gleich wieder gehen kann? Ich hab erst mal nichts gesagt. Alle haben sich so gefreut und mich so nett begrüßt. Das hat mich echt aufgebaut. Und ich musste die schlechte Nachricht auch erst einmal für mich selbst verarbeiten. Ich hatte zwar schon damit gerechnet, aber natürlich gehofft, dass es nur blinder Alarm ist.

Es war natürlich ziemlich blöd für mich, mir meinen Arbeitsplatz einzurichten, mich auf das Laufende zu bringen, mir Arbeit von den Kollegen zu holen, wohl wissend, dass es wohl sinnlos ist. Auf der anderen Seite war die Hoffnung, dass es keine weitere OP gibt und ich eine zweite Chemo gut vertrage und trotzdem arbeiten kann.

Leider kam es anders. Der Krebs hat meinen Darm versteift und ich musste zweimal nachts notfallmäßig mit einem beginnenden Darmverschluss ins Krankenhaus. Das war wirklich nicht witzig. Und meine Kollegen konnten sich ausrechnen, dass etwas nicht stimmt. Am Ende hab ich immerhin zwei Wochen ein bißchen gearbeitet. Aber das war es dann.

Jetzt bekomme ich wieder Chemo, die mich ziemlich fertig macht. Mit der Übelkeit geht es bisher und die Haare bleiben anscheinend dran. Aber ich bin unendlich schlapp und müde. Ich schlafe sehr viel und bin den Rest der Zeit gar nicht richtig wach. Und wenn ich mal aus dem Haus gehe, bin ich sofort aus der Puste. Langsam habe ich ein echtes Problem damit zum Arzt oder zum Einkaufen zu kommen. Dabei habe ich erst zwei Chemos hinter mir und vier folgen noch. Und die Nebenwirkungen werden bekanntermaßen eher schlimmer. Ich weiß gar nicht, wie ich das schaffen soll und kann nur auf gute Tage hoffen.
Außerdem habe ich das Pech, dass zum Ende des Monats gleich zwei Freunde aus Konstanz wegziehen. Beide haben einen Wohnungschlüssel und waren im Notfall für mich da. Die Beruhigung fehlt mir jetzt. 

Die ganze Situation zieht mich ziemlich runter. Ich habe immer darauf hin gelebt, dass ich keinen Rückfall bekomme und mein normales Leben irgendwann wieder weiter leben kann. Aber davon kann ich mich verabschieden. Ich werde die Chemo irgendwie wieder schaffen und den Krebs dann hoffentlich besiegt haben. Aber auch dann wird es nicht mehr wie vorher. Die OP hat viel zerstört und mein Darm funktioniert nicht mehr richtig. Ich hab Wasser in den Beinen und muss mehrmals am Tag zum Teil schauerliche Medikamente nehmen. 
Ich lebe zwar, aber Moment irgendwie nicht richtig. Diese elende Müdigkeit macht mich zusätzlich fertig. Hoffentlich wird das wieder besser. 

Ein gnädiger Tod

17. Dezember 2014

Vorhin habe ich mit meiner Mutter telefoniert und sie erzählte mir, dass jemand gestorben ist, den ich gekannt habe. Gekannt? Nein, nicht wirklich. Eigentlich gar nicht. Er war nach einem schweren Motorradunfall in einer Art Wachkoma und lebte in einem Pflegeheim für schwere Fälle. Dort habe ich ihn ein paarmal gesehen. Kennengelernt habe ich aber seine Mutter. Eine inzwischen 80-jährige Frau, die jeden Tag mindestens 12 Stunden im Pflegeheim zugebracht und sich um ihren Sohn gekümmert hat. Wirklich jeden Tag. Ich weiß nicht, woher sie die Kraft dafür genommen hat. Und sie hat immer darüber nachgedacht, wie sie es organisatorisch hinbekommen könnte, ihren Sohn nach Hause zu holen. Aber daraus ist nichts mehr geworden. Er ist friedlich eingeschlafen und musste nicht leiden. Aber für eine Mutter ist das natürlich nur sehr bedingt ein Trost.
Es klingt immer ein bisschen herzlos so etwas zu sagen, aber ich glaube wirklich, dass es so für alle Beteiligten das Beste ist. So muss sie sich zumindest keine Gedanken mehr darum machen, was mit ihrem Sohn passiert, wenn sie nicht mehr ist. Denn für ihn wäre es furchtbar gewesen. Er war nicht nur völlig hilflos, sondern hat Fremden gegenüber immer völlig panisch reagiert. Für den armen Mann wäre der Albtraum ohne seine Mutter noch schlimmer geworden.
Aber wie deutlich kann und darf man das gegenüber den Angehörigen, aussprechen? Ein sehr schwieriges Thema.

Wechseljahre? Nein danke!

1. Dezember 2014

Neulich habe ich bei Texterella einen Blogpost zu den Wechseljahren gelesen. Dabei fiel mir ein, dass ich mir auch schon seit längerem vorgenommen hatte, dazu etwas zu schreiben.

Bei meiner Operation im Dezember 2013 wurden mir ja beide Eierstöcke und die Gebärmutter entfernt. Der Körper produziert nun keine weiblichen Hormone mehr und die Menopause tritt schlagartig ein. Und ich hatte echt Angst, was passiert. Ich sah mich schon mit sämtlichen Wechseljahrsbeschwerden konfrontiert, die bei meiner weiblichen Verwandtschaft und in meinem Kolleginnenkreis aufgetreten sind: heftige Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Atemnot, Bluthochdruck, Stimmungsschwankungen, unreine Haut und Gewichtszunahme. Vor allem auf Hitzewallungen hatte ich mich schon eingestellt.

Und was ist passiert: NICHTS

Lediglich meine Haut kommt mir am ganzen Körper seither ein kleines bisschen trockener vor. Und vielleicht ein paar mehr dunkle Haare am Kinn. Aber das ist auch schon alles. Keine Hitzewallungen, keine Stimmungsschwankungen. Und keine Gewichtszunahme. Aber die hatte meine Mutter auch nicht.
Erst jetzt hat man mir erzählt, dass es durchaus vorkommt, dass Frauen von den Wechseljahren nichts merken. Also nur Mut!

Immer noch Nebenwirkungen

30. November 2014

Meine letzte Chemo ist jetzt über ein halbes Jahr her, aber ich habe immer noch Nebenwirkungen.
Die schlimme Übelkeit ist weg, die Haare sind inzwischen nachgewachsen (wenn auch immer noch kurz). Ich hatte gehofft, dass sie lockig werden wie bei meiner Freundin, war aber leider nichts.
Meinen Fingernägeln hatte man anfangs nichts angesehen. Erst später, als sie weiter raus wuchsen, wurden sie ziemlich brüchig und bröselig. Und am kleinen Finger der rechten Hand war das Nagelweiß auf einmal nicht mehr nur oben, sondern ging diagonal über den Nagel. Der Nagel war da auch nicht mehr angewachsen. Ich hatte schon Bedenken, aber langsam wächst die Diagonale raus und ist fast nicht mehr zu sehen. Witzigerweise wächst der Nagel aber seitdem doppelt so schnell wie die anderen 😀
Was aber immer noch störend ist, ist die Taubheit in den Füßen. Sie ist zwar schon deutlich besser geworden und behindert mich damit nicht mehr beim Laufen. Aber es zieht, kribbelt, brennt gelegentlich und stört mich irgendwie mehr als vorher. Ich habe ständig das Gefühl, ich müsste nur irgendwie rubbeln oder sonst irgendetwas tun, damit das richtige Gefühl endlich wieder kommt. Irgendwie blöd.
Aber nun, das wird alles noch verschwinden. Ich muss nur noch etwas Geduld haben. In meinem Alltag beeinträchtigen mich die Nachwirkungen der Operation erheblich mehr. Wenn fast anderthalb Meter Darm fehlen, dann macht sich das doch schon bemerkbar. Aber auch das wird langsam besser. Vor allem warte ich auf den Tag, an dem ich das fiese Pulver zur Neutralisierung der Gallensäuren nicht mehr nehmen muss. Das Zeug ist einfach eklig. Aber wenn ich Pech habe, muss ich das bis an mein Lebensende nehmen. Drückt mir die Daumen!

Länger aufgeblieben

29. November 2014

Am Freitag bin ich schon um 6:00 Uhr aufgestanden, Weil ich eine Freundin zu einem Arzttermin begleitet habe. Das ist mir ein bisschen schwer gefallen, weil ich zur Zeit frühestens um 8:00 Uhr aufstehen, manchmal sogar erst gegen 10:00 Uhr. Aber ich bin am Abend vorher brav schon um 22:00 Uhr ins Bett gegangen und war erstaunlicherweise beim Weckerklingeln halbwegs fit. Wir sind auch ziemlich pünktlich um 8:00 Uhr drangekommen und meine Freundin konnte mich deshalb schon um 8:50 Uhr beim hiesigen Einkaufszentrum absetzen. Dummerweise machen fast alle Geschäfte erst um 9:30 Uhr auf. Eine der wenigen Ausnahmen ist der Aldi, der schon um 8:00 Uhr aufmacht. Also hab ich dort ein bisschen eingekauft und bin dann wieder nach Hause getrottet.
Tja, und abends war ich dann schon wieder um 22:00 Uhr müde und bin tatsächlich ins Bett gegangen, weil ich die Augen nicht mehr offen halten konnte. Und logischerweise war ich dann am Samstagmorgen schon wieder um 6:00 Uhr wach. Blöd. Ich bin kurz aufgestanden und hab die Katzen gefüttert. Dann bin ich aber noch mal wieder ins Bett und hab noch anderthalb Stunden geschlafen. Heute Abend war ich dann natürlich schon wieder um 22:00 Uhr müde. Aber ich habe durchgehalten. Jetzt ist es genau 23:59 Uhr und ich bin immer noch wach. Naja, sagen wir die Augen sind noch irgendwie offen. Aber es wäre doch gelacht, wenn ich nicht wieder in meinen alten Rhythmus finden würde.

Graue Haare?

3. November 2014

Letzte Woche war ich mal wieder in der Ambulanz der Frauenklinik. Die Schwester dort hatte mich längere Zeit nicht mehr gesehen.
Sie sah mich an und sagte: „Oh, Ihre Haare sind aber inzwischen schön wieder nachgewachsen.“
Ich: „Stimmt. Ich hatte schon Angst, weil sie erst mal nur in einem breiten Kranz gekommen sind. Oben in der Mitte und direkt über den Ohren war erst nix.“
Sie darauf: „Gell, und grau sind sie noch nicht.“
Da musste ich erst mal überlegen. Vorher waren meine Haare stark blondiert, da hätte man erste graue Haare sowieso nicht gesehen. Jetzt sind sie dunkel nachgewachsen und bisher war mir nichts aufgefallen. Aber stimmt, ich könnte tatsächlich schon grau werden. Darüber hatte ich bisher noch nie nachgedacht.
Zu Hause hab ich mir gleich einen Spiegel geschnappt und mich im Tageslicht genau angeguckt. Tatsächlich: an den Schläfen so zwei, drei graue Härchen und oben an der Stirn auch ein einzelnes. Verdammt! Jetzt hab ich mir doch glatt ein Schönheitsproblem andrehen lassen 😉

Endgültig

1. Oktober 2014

Neulich bin ich mein Adressbuch durchgegangen. Dabei ist mir der Name eines Mannes ins Auge gefallen, mit dem ich schon lange keinen Kontakt mehr hatte. Er wäre fast mal mein Schwiegervater geworden und wir zwei haben uns immer gut verstanden. Aber nachdem die Beziehung mit seinem Sohn auseinandergegangen ist, endete auch der Kontakt zu ihm und seiner Frau. Seine Frau ist schon vor ein paar Jahren gestorben, was ich erst einige Wochen später mitbekommen hatte. Ich hab mir immer vorgenommen, mich einmal bei ihm zu melden. Aber erst wusste ich nicht wie und dann war irgendwie zu viel Zeit vergangen. Vor kurzem habe ich erfahren, dass er letzten Herbst gestorben ist. Nun ist es zu spät.

Den Kontakt in meinem Adressbuch könnte ich jetzt löschen. Die Telefonnummer ist nicht mehr gültig, das Haus wurde inzwischen verkauft, auch sonst lebt keiner aus der Familie mehr dort. Aber ich habe es nicht getan. Irgendwie kam es mir so vor, als würde er damit endgültig sterben, seine Existenz in Vergessenheit geraten.
Ich werde die Kontaktdaten als Erinnerung behalten. Alles Gute Fredy!