Archive for the ‘Schreibkram’ Category

Visitenkarten

7. September 2011

Vorhin hab ich eine Schublade aufgezogen, an die ich selten gehe und einiges an Papierzeug gefunden, das da nicht reingehört. Offenbar beim Koffer auspacken – oder wohl eher beim wieder neu packen – schnell dort reingeschmissen: die Tagesprogramme der re:publica 2011, Stadtpläne von Berlin, Flyer und: Visitenkarten. Tja. Keinen Dunst mehr, von wem ich die bekommen habe. Auch die Firmennamen sagen mir nichts. Da ist es sehr hilfreich, daß wenigstens zwei ihren Twitternick auf der Karte haben und einer sogar ein (früher von mir belächeltes) Foto.

Neulich ging es mir schon mal so, deshalb habe ich angefangen, auf die Rückseite ein Stichwort zu schreiben. Ich kann mich auch dunkel entsinnen, daß es eine App für so etwas gibt, deren Sinn ich seinerzeit nicht entdecken konnte. Jetzt weiß ich es.

Wie handhabt Ihr das?

Bürokratie

21. November 2010

Ich kümmere mich für eine Verwandte, die im Moment im Pflegeheim ist, um den ganzen Schriftkram. Ich hab das so locker übernommen – aber ich hätte es wissen müssen: in Deutschland geht verwaltungsmäßig nichts einfach nur der Logik folgend. Vor allem ist niemals nur eine Stelle mit etwas befaßt, sondern immer mehrere, die zudem nicht in der Lage sind, sinnvoll gegenseitig Informationen auszutauschen (übrigens auch ein Grund, weshalb ich mich nicht so besonders vor dem Überwachungsstaat fürchte).
Ein geschasster Arbeitskollege von ihr hatte mir verraten, daß der Tarifvertrag einen dreimonatigen Zuschuß zum Krankengeld vorsieht, der die Differenz zwischen Krankengeld und Arbeitslohn ausgleicht. Daß es so etwas in der Metallbranche gibt, wußte ich bis dahin auch nicht. Ist wohl auch nicht so bekannt und ein Anruf meinerseits im Lohnbüro verursachte erst ein Zögern, dann die Aussage, daß es das nur auf Antrag gäbe und die Arbeitnehmer auch nicht darauf hingewiesen würden. Soso… Pech gehabt, ich wußte es nun mal. Und jetzt wollte ich den Zuschuß natürlich erst recht.
Also schriftlichen Antrag gestellt und auf Rückfrage noch einmal bestätigt, daß sonst keine weiteren Zuschüsse oder Gelder geflossen sind. Dann wollten sie noch einmal die Höhe des Krankengeldes bescheinigt haben. Also die Krankenversicherung angeschrieben und zur Beschleunigung um direkte Übersendung an den Arbeitgeber gebeten. Damit fing das Elend an: Die Krankenversicherung teilte dem, Arbeitgeber mit, daß für eine Zeit von 5 Tagen Anspruch auf Übergangsgeld bestanden habe. Das wiederum hielt mir dann das Lohnbüro vor. Ich wußte erst überhaupt nicht, wovon die sprachen. Hab dann aber rausbekommen, daß es in ihrem Fall den 5-tägigen Zeitraum nach der Reha bis zum zweiten Krankenhausaufenthalt umfaßte und daß dafür wieder die Rentenversicherung zuständig ist. Uff. 
Also habe ich die Rentenversicherung angeschrieben und angefragt, ob das mit dem Anspruch auf Übergangsgeld stimmt und daß ich in dem Fall das hiermit beantrage. Wohlgemerkt: die Rentenversicherung hatte zu dem Zeitpunkt eigentlich alle relevanten Daten. Nichts desto Trotz bekam ich etwa sechs Wochen später ein mehrseitiges Formular zugesandt. Davon waren zwei Bögen für den Arbeitgeber zum Ausfüllen und einer wiederum für die Krankenversicherung. Den hab ich inzwischen sogar schon zurück, den vom Arbeitgeber natürlich noch nicht.
Aber vielleicht haben sie einer anderen Abteilung der gleichen Krankenversicherung ja wenigsten die Lohnabrechnung geschickt, die sie haben wollen für die von mir beantragte Befreiung der Zuzahlungen. Obwohl ja schließlich die Höhe des Krankengeldes anhand der vorliegenden Lohnbescheinigungen ausgerechnet wurde. Grrrmpf.
Dafür hab ich inzwischen wenigstens den mir von der Krankenversicherung zugeschickten Antrag für die Rentenversicherung für die nächste Reha ausgefüllt. Natürlich mit Daten wie z.B. den Arbeitsbeginn beim derzeitigen Arbeitgeber, den die Rentenversicherung besser kennt, als ich. Dafür mußte ich erst wieder beim Arbeitgeber anrufen. Die freuen sich schon immer, wenn ich mich melde. Und den Antrag hatte die Krankenversicherung trotz vorliegender Vollmacht natürlich an die Wohnanschrift geschickt. Wär‘ noch nicht so schlimm, das bekomme ich von einem Freund nachgesendet. War aber per Einschreiben und lag dann unerreichbar auf dem Postamt, 600 km entfernt. Grrrmpf

Es ist alles viel zu kompliziert und zum Teil ziemlich nervenaufreibend. Ich frage mich, wie das eigentlich Leute machen, die keinen Bezug zu solchem Schreibkram haben.